Stiftung Jugendaustausch Jugendliche sollen was von der Welt sehen

Im Juni startete Europaministerin Melanie Huml die Stiftung Internationaler Jugendaustausch. Foto: Bayerische Staatskanzlei

Raus in die Welt sollen junge Leute, damit sie andere Länder, Sprachen, Menschen und Kulturen kennenlernen. Viele Jugendliche würden das gerne, trauen sich aber nicht so recht oder haben zu wenig Geld. Eine neue bayerische Stiftung will allen den Weg zum Jugendaustausch öffnen, die das wollen.

Mehr junge Leute sollen was die Welt sehen, Sprachen lernen, andere Kulturen verstehen. Der Freistaat Bayern hat deshalb die Stiftung Internationaler Jugendaustausch gegründet. Ihr Ziel: Auch solchen Jugendlichen den Austausch ermöglichen, die sich bisher nicht trauten. Eines der Programme startet kommendes Jahr gut 100 Kilometer von Bayreuth entfernt, ein anderes sogar direkt in Bayreuth.

Die Stiftung Jugendaustausch Bayern ist ein neues Angebot, erst im Juni ging sie an den Start. Um bekannt zu werden, tourt sie gerade durch Bayern und stellte sich auch in Bayreuth einer - allerdings sehr überschaubaren - Anzahl von Interessenten vor. Gegründet hat sie die Bayerische Staatsregierung mit dem Ziel, vor allem bisher unterrepräsentierte Zielgruppen für die internationale Jugendarbeit zu begeistern: Das sind zum Beispiel Jugendliche mit Migrationshintergrund, mit geringem Familieneinkommen oder mit einer Behinderung, junge Menschen von Mittel- und Förderschulen. Denn bisher dominieren Gymnasiasten eindeutig die Austauschprogramme.

Nur jeder Vierte nimmt teil

60 Prozent aller Jugendlichen haben laut Umfrage Interesse an einem internationalen Austausch, aber nur 26 Prozent nehmen daran teil, sagt Donata Di Tarranto, Programmreferentin der Stiftung. Alle sollen nun motiviert werden, sich zu trauen. „Jedem Jugendlichen, der am Austausch mitmachen will, soll das ermöglicht werden“, formulierte sie als Ziel der Stiftung. In der globalisierten Welt sei es nicht zuletzt in der Arbeitswelt entscheidend, interkulturelle Kompetenz zu erwerben.

Die Stiftung ist zunächst auf zehn Jahre angelegt und mit 30 Millionen Euro ausgestattet, Kuratoriumsvorsitzende ist Europaministerin Melanie Huml. Als Netzwerk will die Stiftung alle Akteure – Jugendliche, Lehrer, Schulen und bisherige Anbieter und Träger von Austauschprogrammen – zusammenbringen, _bestehende Förderungen verstärken und neue Programme auflegen. Fernziel ist eine einheitliche Plattform, auf der alle Angebote und Fördermöglichkeiten zu finden sind. Schon jetzt versteht sich die Stiftung als erster Ansprechpartner für Interessenten. Aktuelle Schwerpunktländer beziehungsweise -kontinente der Stiftung sind das Nachbarland Tschechien, Großbritannien, Israel und Afrika.

Fit werden im Global Castle

Besonders niedrigschwellig angelegt ist das Global Castle Sprachcamp des CVJM-Landesverbands, das im Januar auf der Burg Wernfels im fränkischen Seenland starten soll. Zielgruppe sind Jugendliche aus Förder-, Mittel-, Real-, Wirtschafts- und Berufsschulen, die ihre Sprachkenntnisse möglicherweise für nicht ausreichend für einen Jugendaustausch mit einem englischsprachigen Land halten. Die Jugendlichen verbringen eine Woche zusammen mit Altersgenossen aus Chile und den USA, machen gemeinsam Sport, musizieren, arbeiten kreativ – und sprechen nur englisch. So sollen Sprachbarrieren und Hemmungen abgebaut und die Grundlagen für die Teilnahme an einem Austausch geschaffen werden. Anmelden können sich einzelne Jugendliche, aber auch ganze Schulklassen.

Ein anderes Projekt sind Sommercamps für ukrainische und bayerische Jugendliche, veranstaltet vom Jugendherbergswerk und dem Verband der russischsprachigen Jugend Deutschlands JunOst. Eine Woche Ferienprogramm soll die Sprachkenntnisse geflüchteter Jugendlicher aus der Ukraine verbessern und Kontakte mit Gleichaltrigen in Bayern aufbauen. An diesem Programm nimmt auch die Jugendherberge in Bayreuth teil.

Die Stiftung ist bestrebt, in jedem Fall eine 100-Prozent-Förderung für die Teilnahme an solchen Programmen zu erreichen. Interessenten können sich aber auch mit jedem anderen Austauschwunsch in welches Land auch immer an die Stiftung wenden.


Im Internet ist die Stiftung zu finden unter https://jugendaustausch.bayern/. Mail: stiftung-jugendaustausch@internationaloffice.bayern.

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