Statistik Krankmeldungen in Kulmbach steigen drastisch

Im Landkreis sind Beschäftigte überdurchschnittlich oft krank. Corona spielt dabei eine Rolle, allerdings nicht nur.

Werden häufig in Kulmbach ausgestellt: Krankmeldungen für den Arbeitgeber. Foto: imago images/Eibner/Fleig

Im dritten Pandemiejahr 2022 haben sich sehr viel mehr Versicherte der AOK im Landkreis Kulmbach krankgemeldet als 2021. Das zeigt die aktuelle Auswertung der AOK Bayern. „Im Vergleich zum Vorjahr kletterte der Krankenstand im Landkreis Kulmbach um 1,4 Prozentpunkte auf 7,6 Prozent“, erläutert Ilona Birner, Gesundheitsexpertin der AOK. Damit liegen die Beschäftigten im Kulmbacher Land über dem bayerischen Durchschnitt von 6,1 Prozent. Der Regierungsbezirk Oberfranken weist mit einem Krankenstand von 7,3 Prozent im Jahr 2022 ebenfalls einen höheren Wert auf als der Freistaat.

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„Die Gesamtzahl der Krankmeldungen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 51,4 Prozent“, erklärt Ilona Birner. Die durchschnittliche Dauer der Erkrankungen je Mitglied hat sich ebenfalls um 21,6 Prozent auf 27,6 Tage erhöht. Atemwegserkrankungen verursachten 2022 in Bayern die meisten Krankmeldungen. „Im Landkreis Kulmbach entfielen im vergangenen Jahr 94 Krankmeldungen je 100 Berufstätige auf Atemwegserkrankungen“, sagt Ilona Birner.

Die AOK vergleicht den Krankenstand aus dem vergangenen Jahr in ganz Oberfranken. Im Landkreis Kulmbach sind die Krankmeldungen zuletzt gestiegen. Foto: AOK Bayern

Muskelerkrankungen häufigste Ursache

Im dritten Pandemiejahr 2022 gab es im Landkreis Kulmbach 33,5 Arbeitsunfähigkeitsfälle je 100 Versicherten mit der Diagnose Covid-19 – gegenüber 5,9 Arbeitsunfähigkeitsfällen 2021 und zwei im Jahr 2020. Betrachtet man die Dauer der jeweiligen Erkrankung, so verursachen Muskel- und Skeletterkrankungen im Landkreis Kulmbach von allen Krankheitsarten weiterhin die meisten Ausfalltage. Statistisch gesehen war wegen Muskel- und Skeletterkrankungen 2022 jeder Versicherte aus dem Landkreis Kulmbach 7,7 Tage krankgeschrieben. 7,1 Fehltage ergaben sich aus Atemwegserkrankungen, 3,7 Krankheitstage aufgrund von psychischen Erkrankungen und 2,8 Krankheitstag wegen einer Corona-Infektion.