Städtische Immobilien Schaulaufen der Kauf-Interessenten

Prominente Leerstände in Bad Berneck, für die es jetzt Kaufinteressenten gibt (von links oben): Das alte Krankenhaus, das ehemalige Stadtmuseum am Marktplatz, das frühere Kurhaus mit dem Kurhaussaal und das frühere VR-Gebäude, in dem das Jugendblasorchester untergebracht ist. Foto: Peter Rauscher (2), Archiv/Andreas Harbach, Peter Kolb

Lange Leerstände in Bad Berneck könnten schon bald beseitigt werden. Für mehrere Immobilien im Besitz der Stadt gibt es Kauf-Interessenten.

Bad Berneck - Altes Krankenhaus, ehemaliges Stadtmuseum, altes Kurhaus und ehemalige VR-Bank: Für die großen und prominenten Immobilien im Eigentum der Stadt Bad Berneck gibt es gleich mehrere Kaufinteressenten. Wer von den drei Bewerbern den Zuschlag bekommt, soll im März entschieden werden.

Eigentlich ist das Thema noch unter Verschluss. In nicht-öffentlicher Sitzung stellte Anfang Januar einer der drei Bewerber sein Konzept dem Stadtrat vor. Seine beiden Konkurrenten sind Anfang Februar dran, in einer ebenfalls nicht-öffentlichen Sondersitzung des Stadtrats. Danach soll der Stadtrat entscheiden, wer den Zuschlag bekommt.

Freie Wähler fragen nach Stadtentwicklung

Ans Licht der Öffentlichkeit kam das Schaulaufen der Bewerber durch einen Antrag der Stadtratsfraktion der Freien Wähler. Dort heißt es: „Zurzeit stehen sämtliche in Besitz der Stadt befindlichen Immobilien, die für die Zukunft der Stadtentwicklung bezüglich Angeboten für Bürger und Gäste genutzt werden könnten, zum Verkauf oder eventuellen Abriss.“ Die Fraktion beantragte, dass vor einer Verkaufsentscheidung der Stadtentwicklungsausschuss gehört werden muss.

Interessenten nicht verprellen

Bürgermeister Jürgen Zinnert reagierte ungehalten auf den Vorstoß. „Den Antrag lehne ich in Bausch und Bogen ab“, sagte er. Seit vielen Jahren wolle die Stadt die Immobilien verkaufen, es gebe einen Grundsatzbeschluss des Stadtrats. Er selbst habe schon Dutzende Gespräche geführt, „heraus kam bisher nichts“. Auch das Projekt Maintalblick, Wohnungen im alten Krankenhaus, hatte sich nach der Insolvenz von Assmannhaus (Himmelkron) zerschlagen. Jetzt gebe es gleich drei ernsthafte Interessenten, offenbarte Zinnert, da dürfe die Stadt jetzt nicht den Eindruck erwecken, sie wolle eine Rolle rückwärts machen. Andernfalls würden sich nicht nur diese, sondern auch künftige Interessenten abwenden, weil die Stadt jede Glaubwürdigkeit verspiele. Die leer stehenden Immobilien kosteten die Stadt viel Geld, sie herzurichten und zu nutzen könne sich die Konsolidierungsgemeinde nicht leisten, sagte Zinnert. Projekte mit den Immobilien umzusetzen sei nur mit Hilfe privater Investoren möglich. Tatsächlich hätten Kaufinteressenten die Stadt sogar um Nutzungsvorschläge gebeten. Zinnert deutete an, dass auch ein Einzug von Touristinformation und das schon einmal angedachte Burgeninformationszentrum im Gespräch ist.

„Verklopfen wir alles?“

Sandra Schiffel (Freie Wähler) gab „etwas giftig“ zurück, ihr Antrag blockiere durchaus nichts, sie begrüße, dass es Interessenten gibt. Den Umgang mit dem Thema Stadtentwicklung finde sie aber „chaotisch. Wir lassen uns treiben, ich kann keine Zielrichtung erkennen“. Man müsse über die Stadtentwicklung auch mal wieder reden. „Verklopfen wir alles oder wollen wir den Bürgern ein Angebot machen“, fragte sie. Auch Hans Kreutzer (CSU) und Finn Regenhold (Grüne) waren dafür, das Thema im Stadtentwicklungsausschuss aufzugreifen. Gegen den Widerstand von SPD-Seite wird sich das Gremium im Februar mit dem Thema befassen.

Drei Interessenten

Auf Kurier-Nachfrage sagte Zinnert zu den Kaufinteressenten, bereits vorgestellt habe sich ein Ehepaar, das neben dem alten Krankenhaus an der ehemaligen VR-Bank interessiert ist – an dieser Stelle wolle es Parkflächen für sich selbst und zum Vermieten errichten. Zweiter Interessent sei eine Investorengruppe, die neben dem alten Krankenhaus das ehemalige Stadtmuseum kaufen und dort Wohnungen schaffen wolle. Der dritte Interessent, Driton Ajeti aus Haßfurt, war bereits von sich aus an die Öffentlichkeit getreten und hatte seine Pläne vorgestellt, im alten Krankenhaus eine Tagespflege einzurichten. Die Tagespflege solle auch an den Bedürfnissen ausländischer Mitbürger ausgerichtet werden, die nicht gerne ins Altenheim gehen, wird der aus Serbien stammende Ajeti vom „Stadtanzeiger“ zitiert. Hinzu sollen ein Labor für ihn als Biochemiker und für seine als Internistin praktizierende Frau eine Arztpraxis kommen. Zudem habe er Investoren an der Hand, die sich ein Hotel im Stadtmuseum und eine Tagungsstätte im alten Kurhaus vorstellen könnten. Das Konzept will er zusammen mit seinem Mitbewerber dem Stadtrat am 4. Februar vorstellen.

 

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