Stadtwerke haben in Ausschreibung einen Investor gefunden, der das marode Objekt sanieren will - Bald Notartermin Tiefgarage am Geißmarkt wird verkauft

Von

Die Stadtwerke Bayreuth haben ein Problem weniger: Die Tiefgarage unter dem Geißmarkt wird verkauft. Mehr als acht Millionen Euro hätten die Stadtwerke in die Sanierung der seit Februar vergangenen Jahres geschlossenen Tiefgarage investieren müssen. Jetzt hatte die europaweite Suche nach einem Käufer offenbar Erfolg. Es fehle nur noch die Unterschrift unter dem Vertrag.

Seit Oktober war die Tiefgarage unter dem Geißmarkt ausgeschrieben, sagt Jan Koch, der Pressesprecher der Stadtwerke, am Dienstag auf Anfrage unserer Zeitung. Jetzt ist klar: "Der Verkauf steht kurz bevor", sagt Koch. Es werde "in Kürze einen Notartermin geben. Sobald die Verträge unterschrieben sind, können wir auch mehr Details bekanntgeben". Der Stadtrat habe in seiner letzten Sitzung im nicht-öffentlichen Teil dem Verkauf zugestimmt, sagt Koch. "Offiziell ist das Verfahren noch nicht beendet. Es müssen auch noch die, die nicht zum Zuge gekommen sind, eine Absage geschickt bekommen." Wie viele Bieter sich um die Tiefgarage beworben haben, könne man derzeit nicht sagen. Nur so viel: "Die Tiefgarage wird in gute Hände kommen, da sind wir ziemlich sicher", sagt Koch.

Nach der Werbung weiterlesen

Zeitgleich mit der Stadthalle fertig

Es sei "Grundvoraussetzung gewesen, dass die Sanierung der Tiefgarage die Sanierung der Stadthalle nicht behindern darf". Ebenso Voraussetzung: "Dass die Sanierung abgeschlossen ist, wenn die Stadthalle fertig saniert ist. Klar." Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Bayer hatte im Mai vergangenen Jahres im Gespräch mit unserer Zeitung gesagt, dass die Stadtwerke ihre "Hausaufgaben so weit schon gemacht" hätten. Die Sanierung sei vorgeplant, sei in Gewerke bereits eingeteilt gewesen. Ein wichtiges Element der Sanierung nach damaligem Stand: "Der Deckel bleibt drauf." Eben jener Deckel, der seit Montag vor einer Woche für die Park-Kunden weniger Platz zur Verfügung hat: 50 der ursprünglich 140 Stellplätze sind weggefallen, weil der Platz für die Baustelleneinrichtung der Stadthalle gebraucht wird.

Ursprünglich 360 Parkplätze

Ursprünglich gab es in der Tiefgarage und auf dem Geißmarkt 360 Stellplätze. Nachdem die Schäden in der Konstruktion größer geworden sind, waren ab dem Jahr 2000 nach und nach die Parkplätze weniger geworden. Mehrere hundert Fichtenstämme stützen im zweiten Untergeschoss die Decke, auf der die Autos im ersten Untergeschoss abgestellt werden konnten. "Zuletzt hatte man in diesem Stockwerk noch rund 100 Stellplätze", sagt Koch. Am 29. Februar vergangenen Jahres war auch hier Schluss - aus Sicherheitsgründen. Seitdem hatten die rund 90 Dauerparker nur noch den oberirdischen Parkplatz am Geißmarkt zur Verfügung. "Man kann nichts machen, der Platz wird gebraucht", sagt Koch. "Unseren Dauerparkern haben wir Ausweichstellplätze im Parkhaus Oberfrankenhalle angeboten."

Kostenhöhe? Unklar

Wie hoch die Kosten für die Sanierung der Tiefgarage tatsächlich sein werden, werde sich zeigen, sagt Koch: "Dazu muss der künftige Betreiber Aussagen treffen." Offen bleibt auch, welches Verfahren der künftige Eigentümer wählen wird, um die Tiefgarage zu sanieren. Die Stadtwerke hätten einen Neubau "als Schachtel in der Schachtel" favorisiert, wie Bayer im vergangenen Jahr sagte. Was den Platz gegenüber der ursprünglichen Parksituation reduzieren würde: Statt 360 stünden dann noch rund 270 Stellplätze zur Verfügung. 170 unterirdisch, 100 auf dem Geißmarkt.