Stadtsportverbandsvorsitzender Wolfgang Lüdtke spricht von einem Armutszeugnis 46 von 72 Sportvereinen glänzten durch Abwesenheit auf Mitgliederversammlung

Von Martina Bay

72 Sportvereine gehören dem Stadtsportverband Bayreuth an. Nur 26 waren am Donnerstagabend auf der Mitgliederversammlung, die an der Universität Bayreuth stattfand. Der Vorsitzende des Stadtsportverbandes ist darüber mehr als verärgert. Zum ersten Mal stellte sich das Sportinstitut der Universität Bayreuth den Vereinen vor.

So viele leere Plätze wie auf diesem Symbolbild gab es bei der Mitgliederversammlung des Bayreuther Stadtsportverbands zwar nicht, doch immerhin 46 von 72 Vereinen glänzten mit Abwesenheit. Foto: dpa Foto: red

Wolfgang Lüdtke, Vorsitzender des Stadtsportverbandes, ist sauer. 46 von 72 Sportvereinen kamen nicht zur Mitgliederversammlung des Stadtsportverbandes. „Ich bin sehr enttäuscht. Das ist ein Armutszeugnis für unsere Vereine“, sagte Lüdtke. Was nutze die Mitgliedschaft, wenn die Kontakte nicht gepflegt würden. Nur zwei Vereine hätten vorher abgesagt.

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Die geringe Teilnahme soll nicht ohne Folgen bleiben

Lüdtke will aus der geringen Teilnahme Konsequenzen ziehen. „Wer nicht den Kontakt sucht, der darf auch nicht davon ausgehen, dass wir ihm unter die Arme greifen“, nannte Lüdtke mögliche Folgen. „Wenn Vereine etwas fordern, dann werden wir – bevor wir eine Unterstützung zusagen – schon schauen, wie sie sich zuletzt in den Verband eingebracht haben.“ So nutzen Vereine unter anderem kostenlos die Trainingshallen, und steckt beispielsweise ein Verein in einer finanziellen Notlage, gibt es eine Unterstützung vom Stadtsportverband. Dessen Vermögen lag im vergangenen Jahr bei
24.105 Euro.

Die Gründe für die geringe Teilnahme an der Hauptversammlung kann sich Lüdtke nicht erklären: „Es standen zwar keine Wahlen an, aber dass über die Hälfte nicht da war, hat mich schon überrascht.“ Die Kommunikation unter den Vereinen müsse auf jeden Fall besser werden.

Kooperation zwischen dem Sportinstitut der Universität Bayreuth und den Vereinen

Zum ersten Mal haben sich bei der Mitgliederversammlung vier Professoren des Instituts für Sportwissenschaft der Universität Bayreuth vorgestellt. Von der Kooperation mit der Uni will der Stadtsportverband mit seinen Vereinen profitieren. „Informationen über Trainingsinhalte sind wichtig für Sportler und Trainer“, sagte Lüdtke. Auch könne das Sportinstitut die Vereine beim Sponsoring oder der Vereinsführung unterstützen. „Bei der Vereinsführung muss man auch von Steuerrecht und Betriebswirtschaftslehre eine Ahnung haben.“ Unter den Professoren des Sportinstitutes erhofft man sich einen regen Austausch zwischen den Vereinen und der Universität. „Es bietet sich an, dass Sportler an wissenschaftlichen Studien teilnehmen“, sagte Walter Schmidt, Professor am Lehrstuhl für Sportmedizin. Auch seien Bachelor- oder Masterarbeiten in Kooperation mit den Sportvereinen möglich.

Als 72. Mitglied wurde der Sportverein Mali-Crew in den Stadtsportverband aufgenommen. Die Mali-Crew ist ein Lauftreff und braucht deshalb keine Hallenzeiten – ein Faktor, der im Stadtsportverband immer wieder zu Diskussion führt. „Wir halten uns am liebsten im Freien auf“, sagte der stellvertretende Mali-Crew-Vorsitzende Florian Maßen.