Stadtspaziergang Hollfeld ist das neue München?

Beim Stadtspaziergang im Rahmen des Isek besuchten die Hollfelder gemeinsam mit Cornelia Dittmar vom Büro Umbau Stadt mehrere Projektschwerpunkte. Foto: Barbara Struller

HOLLFELD. Ein weiterer Schritt für die Stadtentwicklung ist getan. Bei einem Stadtspaziergang besuchten die Hollfelder zusammen mit Cornelia Dittmar vom Büro Umbau Stadt einige Standorte für Projektideen. Die hatten die Bürger bereits im Mai bei einem Stadtforum zusammengetragen.

Am gleichen Abend waren zuvor auch rund 20 Kinder und Jugendliche in der Stadt unterwegs, um – beispielsweise an der DFB-Arena und vor den Schulen – ihre eigene Sichtweise und Wünsche kundzutun. Gerade die Verkehrssituation vor dem kleinen Fußballplatz und an den Schulbus-Haltestellen scheint ihnen nicht zu behagen: Auf die Straße sprühten die Kinder, wo sie sich Überwege und Zebrastreifen wünschen und was sie „doof“ und „überflüssig“ finden. Einige dieser Themen haben die Erwachsenen anschließend bei ihrer Runde aufgegriffen.

Viele Möglichkeiten an der DFB-Arena

„Die DFB-Arena liegt zentral in der Stadt und ist prädestiniert für eine Weiterentwicklung zu einem Jugendtreff“, erklärte Dittmar den gut 40 Hollfeldern an der ersten Station des Stadtspaziergangs. Das finden auch die Heranwachsenden, die an der Bande des Spielfelds Vorschläge angebracht hatten, wozu man das Gelände nutzen könnte. Nicht jeder davon ist umsetzbar und sinnvoll. So wurde der Vorschlag eines Automaten für Fertiggerichte als „Blödsinn“ abgetan. Aber viele Ideen, darunter Hochbeete, eine Boulderwand und eine Anlage zum Skaten, wären durchaus denkbar. Zwar hat es auf dem ASV-Gelände schon einmal einen kleinen Skatepark gegeben, dieser war aber kaum genutzt worden, weil er offenbar zu abgelegen für die jungen Hollfelder war. Der Platz um die DFB-Arena gehört der Stadt, wie auch die zwei angrenzenden Scheunen. Diese dienen momentan zwar als Lagerfläche, aber Bürgermeisterin Karin Barwisch sieht kein Problem darin, die Gebäude nach einer Sanierung beispielsweise als witterungsgeschützten Aufenthaltsraum entsprechend mit einzubeziehen. Aus der Runde kam außerdem der Vorschlag, das Gelände im rückwärtigen Teil zu begradigen, um bei der Ausgestaltung flexibler zu sein. Auch der Wunsch nach mehr Sitzmöglichkeiten wurde geäußert.

Mehr Bänke, mehr Radstreifen

Mehr Bänke wünschen sich die Schüler jedenfalls an der Haltestelle vor der Gesamtschule. Und Abfalleimer. So haben sie es auf das Pflaster gesprüht. Etliche „Stadtspaziergänger“ kritisierten fehlende Radstreifen insbesondere vor der Schule, aber auch in der Stadt, und, dass viele Eltern ihren Nachwuchs mit dem Auto bis vor die Schule fahren. „Die Verkehrssicherheit muss von Fachleuten gemacht werden“, sagte Cornelia Dittmar, „aber eine schöne Ankommens-Situation ist für die Kinder von Bedeutung.“ Schließlich verbrächten sie mehrere Jahre hier. Das Umfeld der Gesamtschule hätten die Schüler in den vergangenen Jahren bereits in Eigenregie aufgewertet, merkte ein Hollfelder an, aber seiner Ansicht nach fehle es an ausreichend Stellmöglichkeiten für Fahrräder und einer gut erreichbaren Zufahrt auf das Schulgelände.

Im Kirchplatz steckt viel Potenzial

Weiter ging es zum Kirchplatz. „Eigentlich ein schöner Treffpunkt in der Oberstadt“, fand Dittmar, wo die Hollfelder zusammenkommen und sich erholen könnten. „Für die Älteren ist der Platz aber nur schwer zu erreichen“, sagte eine Hollfelderin. Doch dass hier viel Potenzial drinsteckt, darüber waren sich fast alle einig. Sitzgelegenheiten, einige Bäume zur Beschattung – „wie auf dem Stadtparkett in Bayreuth“, schlug einer vor – könnten den Kirchplatz durchaus ansprechend aufwerten.

Platz an der alten Post soll aufgewertet werden

„Kristallisationspunkt Langgasse“, nannte Dittmar den nächsten Standort, bei der die Terrassengärten und die obere Stadt mit der Langgasse als Geschäftsstraße in der unteren Stadt eine Verbindung eingehen sollen. Der Platz an den alten Post soll aufgewertet und Leerstände genutzt werden, was die Immobilien in dieser Lage aufwerte. Die Umgestaltung diene außerdem dazu, den Verkehr zu entschleunigen, sagte sie. Parkplätze gingen dadurch keine verloren.Die Schlussrunde fand auf dem Spitalplatz statt, ein gelungenes und vorbildhaftes Projekt aus dem zurückliegenden Isek im Jahr 2007. Auf dem Boden war eine große Luftbildaufnahme der Stadt ausgebreitet und sämtliche Projektschwerpunkte mit Pfeilen gekennzeichnet, darunter auch die Zufahrten ins Stadtgebiet, Wohnen Plus und das Camper-Paradies.

Auf Schautafeln konnten die Hollfelder dann mit Klebepunkten markieren, welcher der Pläne für sie persönlich höchste Priorität habe. Zuvor hatten bereits die Jugendlichen auf Schautafeln ihre Assoziationen zu „Hollfeld ist …“ niedergeschrieben: Hollfeld ist das, was du grad brauchst. Das Herz der Welt. Und: Hollfeld ist das neue München.

 

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