Betonbarrieren bleiben Versenkbare Poller sind zu teuer

In der Maxstraße: Wie große Lego-Bausteine sehen die Barrieren aus. Foto: Archiv/Ralf Münch

BAYREUTH. Die CSU-Fraktion im Bayreuther Stadtrat stieß erneut eine Diskussion über versenkbare Sicherheitspoller in der Innenstadt an. Doch es war vergeblich: Die Verwaltung blieb bei ihrer ablehnenden Haltung. Aus Kostengründen sei es besser, auf mobile Betonbarrieren zu setzen.

Stellvertretender Fraktionsvorsitzender Michael Hohl begründete den CSU-Antrag mit dem Vorfall, der sich kürzlich in der Fußgängerzone ereignete. Wie der Kurier berichtete, war ein Autofahrer unter Drogeneinfluss nach dem Open-Air-Kino in die Maximilianstraße gefahren. Er habe Passanten gefährdet und einen Menschen verletzt – und damit „das Sicherheitskonzept der Stadtverwaltung auf harte Weise widerlegt – schneller als uns lieb ist“. Es sei kein Problem, zwischen den Sicherheitsblöcken durchzufahren und Schaden anzurichten.

Hohl sagte in der Sitzung, es gehe auch nicht an, dass die Betonblöcke und Sperrschilder in der Maxstraße liegen blieben. Sie sollten weggeräumt und anlassbezogen wieder zurückgeholt werden, wenn keine andere Lösung in Sicht sei, forderte Hohl in der Stadtratssitzung.

Der Abtransport sei längst geschehen, entgegnete Pfeifer. Beim Bürgerfest und dem Afrika-Karibik-Fest zum Beispiel seien 2018 erstmals Pflanzkübel durch 1,5 Tonnen schwere Betonsteine ersetzt worden. Auch die Zufahrten zum Volksfestplatz beim Tote-Hosen-Konzer“ seien mit 69 Betonsteinen gesichert worden.

Kosten von 1,75 Millionen Euro

Versenkbare Poller am Mühlgraben seien technisch nicht oder nur mit sehr großem Aufwand einbaubar. Man müsse sehr tief in den Untergrund, in dem sich keine Leitungen befinden dürfen. Ein Poller würde 35.000 Euro kosten – ohne Zusatz- und Folgekosten. In der Fußgängerzone bräuchte man 50 Poller. Das würde Kosten von 1,75 Millionen Euro verursachen.

Für die mobilen Betonblöcke fallen jeweils nur 100 Euro Kosten an, 50 Euro davon sind für Auf- und Abbau. „Eine hundertprozentige Sicherheit wird es leider nie geben“, sagte Pfeifer, der die Betonsteine für die sicherste und wirtschaftlichste Lösung für Veranstaltungen auf dem Marktplatz hält.

Genauso habe dies übrigens bereits der Haupt- und Finanzausschuss in seiner Sitzung am 22. Mai einstimmig beschlossen. Wenn der Stadtrat etwas anderes wolle, sei dies auf die nächste Haushaltsberatung zu verschieben, so Pfeifer. „In meinem Referat stehen keine Mittel zur Verfügung.“ Eine Alternative wären Zufahrtsschutzpollern, die nicht mit dem Untergrund verbunden werden, wie sie die Firma Truckbloc anbietet. Pro Stück würden sie aber 25 000 Euro kosten.

CSU-Fraktionsvorsitzender Stefan Specht sagte, die versenkbaren Poller würden „ein Mindestmaß an Sicherheit“ herstellen. Es sei „ein Treppenwitz“, wenn die Innenstadt für viel Geld saniert werde, dort aber nur hässliche Betonsteine installiert würden. Er hätte sich kreativere Vorschläge erwartet, so Specht.

Kirche im Dorf lassen

Stephan Müller, BG-Fraktionsvorsitzender sagte, er schließe sich Pfeifer an, obwohl ihm die Betonklötze auch nicht gefielen. Vielleicht könnte man sie bemalen oder als Sitze verwenden, wie das in Annecy der Fall sei, schlug Müller vor.

FDP/DU-Fraktionsvorsitzender Thomas Hacker schlug vor, die Poller im Hinterkopf zu behalten, falls in Zukunft Bauarbeiten an den entsprechenden Stellen anstünden. Er plädierte für ein flexibles Konzept, das prägnant, einfach und preiswert sei.

Stadtrat Halil Tasdelen (SPD) nannte den Vorschlag „eine Luftnummer“ – und hielt auch die Betonklötze nicht für zwingend notwendig. Das Geld sollte lieber in Menschen und in Bildung investiert werden. Pfeiffer erwidert, dass die Betonblöcke die Sicherheit und das Sicherheitsempfinden der Bürger erhöhten. Stadtrat Helmut Zartner (DU) warnte vor Angstmacherei. „Und Angst lähmt, wir sollten die Kirche im Dorf lassen“.

 

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