Er hat Spenden gesammelt, mit den Bauexperten verhandelt, war jeden Tag auf der Baustelle. Dass Hans-Helmut Bayer dem Wiederaufbau der Stadtkirche in den vergangenen acht Jahren ein Gesicht gab, ist ihm bewusst. Gewollt hat er das nicht. „In der Rolle des Mr. Stadtkirche habe ich mich nie so recht wohlgefühlt“, sagt Bayer am Tag, nachdem das große Werk vollendet ist. „Ich will einer von allen sein.“
Und dann wird er theologisch: Jeder, der getauft ist, hat eine Verbindung zu Gott. Ein Pfarrer nicht mehr und nicht weniger als ein Gemeindemitglied. „Ich war nur von der Gemeinde beauftragt, die Aufgabe zu erfüllen, die mir zufiel.“ Er könne gut im zweiten Glied stehen, sagt Bayer. Denn: „Es geht nicht um mich. Es geht nicht um einen Personenkult.“ Dass er nun, da die Stadtkirche wieder strahlt, in ein dunkles Loch fällt? Nein, so ist Bayer nicht.
Jetzt ist die Stadtkirche saniert und renoviert. Sie ist so schön und steht so sicher, wie nie zuvor in ihrer über 800-jährigen Geschichte. Das sieht Bayer als den Höhepunkt eines erfüllten und schönen Berufslebens. Ein halbes Jahr hat er noch, bis er in den Ruhestand geht. „Ich möchte noch miterleben, wie das Leben in diese Kirche einzieht.“ Danach wird er ein Sabbatjahr einlegen. Wird mit seiner Frau in ein kleines Reihenhaus in Bayreuth ziehen, das sich die beiden gekauft haben. Wird vielleicht wieder öfter zum Angeln gehen, dazu hatte er in den vergangenen Jahren kaum Zeit. Wird weiter jeden Morgen die Tageslosung lesen, das gibt ihm Kraft.
Und vielleicht, sagt Bayer, kann er dann ja umsetzen, was ihm und seiner Frau schon so lange vorschwebt. Das Projekt heißt „Offene Kirche – offenes Ohr“. Ein Pfarrer in einer Kirche, der einfach da ist. Zudem man sich auf die Kirchenbank setzen, mit ihm reden kann. Über die Dinge, die es in dieser Kirche gibt und über die Bayer so spannend erzählen kann. Über das, was sie den Menschen zu sagen haben. Und über das, was einem auf der Seele liegt. „Ich bin von ganzem Herzen Gemeindepfarrer“, sagt Bayer. Aber aufdrängen mag er sich nicht. Bayer will nur dann reden und zuhören, wenn das auch die Gemeinde und sein Nachfolger wollen.
Der Stadtkirche wird er so oder so verbunden bleiben. Auf ewig.
Führungen durch die sanierte Stadtkirche:
Samstag, 6. Dezember: 11 Uhr (Pfarrer Bayer)
Sonntag, 7. Dezember: 11.15 Uhr (Pfarrer Bayer)
Samstag, 13. Dezember: 11 Uhr (Pfarrerin Kleineidam)
Sonntag, 14. Dezember: 16 Uhr (Pfarrer Kleineidam)
Samstag, 20. Dezember: 11 Uhr (Dekan Peetz)
Sonntag, 21. Dezember: 11 Uhr und 16 Uhr (Dekan Peetz)