Stadthalle Sanierung geht voran

Das Gerüst steht jetzt auch am Großen Haus der Stadthalle und am Gebäude der ehemaligen Handwerkskammer (rechts), das schon einen Teil seiner alten Dachkonstruktion verloren hat. Das Dach wird auf Höhe des Kopfbaus (ganz rechts) wachsen. Man braucht Platz für die komplexe Lüftungstechnik. Foto: Eric Waha

BAYREUTH. Die Sanierung der Stadthalle und der angrenzenden Gebäude bedeutet auch ein Ende der Provisorien. Und sie kommt außen, an der Gebäude-Hülle, an. Das Große Haus ist eingerüstet, ebenso der Trakt der ehemaligen Handwerkskammer – der sein Notdach abgelegt hat, das seit den 60er Jahren drauf war.

Fand die Sanierung der Stadthalle bislang hauptsächlich im Inneren und im Bereich des Geißmarktes statt, sind die Arbeiten jetzt auch rund ums Haus zu sehen. Dabei wird auch deutlich, dass die einzelnen Gebäudeteile neue Funktionen bekommen. „Die ehemalige Handwerkskammer bekommt ein neues Dach“, sagt die Stadtbaureferentin Urte Kelm am Montag auf Anfrage unserer Zeitung. Runter mit dem Notdach, her mit einem Mansarddach mit neuer Firsthöhe, die anschließt an die Höhe des Kopfbaus zur Friedrichstraße. „Die Höhe brauchen wir, weil in dem Gebäudeteil die komplette Lüftungstechnik fürs Große Haus und den Balkonsaal untergebracht wird“, sagt Kelm.

Weniger Fehler als in der Vergangenheit zu beheben

Das Gebäude müsse statisch auf Vordermann gebracht werden, bekomme einen neuen Dachstuhl. Zudem wird das erste Stockwerk die Toilettenanlagen bekommen. „Im Erdgeschoss wird die Küche für die Versorgung der Stadthalle und fürs Catering eingebaut. Mit dem Teil haben wir in den vergangenen Tagen begonnen“, sagt die Stadtbaureferentin. Parallel dazu wurde das Große Haus eingerüstet – und der alte Neon-Schriftzug „Stadthalle“ verschwand von der Wand. Der würde auch stören bei den Arbeiten, die hier anstehen: „Die Sanierung der Sandsteinfassade. Die Oberfläche wird gesäubert, außerdem werden Schadstellen ergänzt“, sagt Kelm. Schäden – etwa wegen Verwendung falschen Fugenmörtels – weise die Fassade ihres Wissens nicht in dem Maß auf, wie sie bei anderen Gebäuden in der Vergangenheit zu beheben waren, sagt Kelm auf Nachfrage.

Stadthallen-Komplex muss zusammenwachsen

Was ebenfalls zu machen ist „auf Anweisung des Statikers: Die beiden Hüllen, die Sandsteinfassade und die neue Innenhülle, müssen vernadelt, also miteinander verbunden werden“. Weil diese Arbeiten und die Fassadensanierung längere Zeit in Anspruch nehmen – „und sicher nicht in dem Jahr abgeschlossen werden können“ –, bleibe das Gerüst auch länger stehen. „Außerdem wird auch das Dach über dem Großen Haus abgenommen und später durch eine neue Stahl-Fachwerk-Konstruktion ersetzt.“ Während das Kleine Haus als Neubau Stück für Stück wächst, läuft auch der Lückenschluss an der Problemstelle. Der Stadthallen-Komplex muss dort wieder zusammenwachsen, wo es massive Schwierigkeiten mit der Gründung gegeben hatte, die – wie Kelm sagt – Spezial-Tiefbau nötig gemacht hatte: Balkonsaal, Großes Haus und Kleines Haus müssen wieder miteinander verbunden werden, zudem muss dort noch das Becken für die Sprinkleranlage untergebracht werden, „was viel Detailarbeit erforderlich macht“.

Den Zeitplan für die Sanierung der Stadthalle zum Friedrichsforum nennt Kelm „nach wie vor sportlich“. Ende 2021, Anfang 2022 soll das sanierte Friedrichsforum unter Leitung von Hendrik Schröder, der im Juli in Bayreuth seinen Dienst angetreten hat, starten. Aktuell liegen die Kosten laut Kelm bei 68,5 Millionen Euro.

 

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