Stadtbad muss bleiben Stadtrat begrüßt Ausbau der Fernwärme

Wird das Stadtbad dem Ausbau des benachbarten Heizwerks geopfert? Im Stadtrat fiel das Vorhaben „Wärmewende“ auf Zustimmung. Allerdings an anderem Ort. Foto: /Archiv/Eric Waha

Die Erweiterung der Heizzentrale an der Kolpingstraße, um die Innenstadt mit klimaneutral erzeugter Wärme zu versorgen, ist an sich ein lobenswertes Vorhaben der Stadtwerke. Dass dem Ausbau jedoch das Stadtbad geopfert werden soll, fällt auch im Stadtrat nicht auf Zustimmung.

Die Absicht ist in Zeiten der Klimakrise notwendig und lobenswert. Nur bei der Umsetzung hapert es und zwar kräftig. Die Rede ist von der Umsetzung der Wärmewende in der Innenstadt, den sich die Stadtwerke auf die Fahne geschrieben haben. Der Haken dabei: Für die Wärmewende soll das altehrwürdige Stadtbad einer Erweiterung der benachbarten Heizzentrale zum Opfer fallen.

Der Aufschrei in der Öffentlichkeit war und ist noch groß (der Kurier berichtete). Auch in den Stadtratsfraktionen fiel die Abrissabsicht nicht auf Wohlgefallen. Umso bemerkenswerter der Mut von Roland Dietrich und Andreas Waibel, Leiter der kaufmännischen Verwaltung der Stadtwerke der eine, Leiter Contracting Wärmeerzeugung der andere, in der Sitzung des Stadtrates am Mittwoch ihr Vorhaben „Umsetzung der Wärmewende in der Innenstadt“ zu präsentieren.

Man plane, erläuterte Dietrich in seiner Einleitung, eine CO-2-neutrale Fernwärmeerzeugung zu schaffen. Die Zeiten seien günstig, bis Jahresende könne man auf hohe Fördermittel hoffen. Die Zeit dränge demzufolge. Zum Einsatz kämen – klimaneutral – Wärmepumpen Luft und Erde. Wo diese untergebracht werden, sei aus Sicht der Stadtwerke klar: In einem Neubau, der dort errichtet werde, wo noch das Stadtbad steht.

Der Ausbau der klimaneutral produzierten Fernwärme zur Versorgung der Innenstadt und die Verbindung beider Heizzentralen (Kolping- und Röntgenstraße) sind die großen Projekte, die die Stadtwerke umsetzen wollen. Ein Vorhaben, dem alle Stadtratsfraktionen zustimmen, wie ihre Sprecher in ihren Stellungnahmen betonten. Aber: Das Stadtbad darf dafür nicht geopfert werden.

Während Stefan Specht (CSU) vorschlug, die in der Zukunft anfallenden Kosten für das Stadtbad zu ermitteln und eine Entscheidung in den Herbst zu schieben, begrüßte Thomas Bauske (SPD) die Vergrößerung der Heizzentrale. Eigentlich. Doch dafür das Stadtbad, das von vielen Menschen genutzt werden, zu opfern, käme nicht in Frage. Die Stadtwerke sollen sich nach alternativen Grundstücken umschauen. Frank Hofmann (BG) betonte einmal mehr, dass umliegende Grundstücke ausreichend für eine Erweiterung seien. Sabine Steininger (Grüne) bezeichnete die Wärmewende als die Möglichkeit, das Stadtbad abzureißen. Gert-Dieter Meier (DU) warf den Stadtwerken eine falsche Strategie bei der Verkündung ihres Vorhabens vor.

Silke Launert wies auf die Daseinsvorsorge der Stadt hin. Die beihalte den Erhalt des Stadtbades. Die Lohengrintherme sei keine Alternative. Deshalb auch ihr Vorschlag: Ein anderer Standort.

Autor

 

Bilder