Stadt und Verein finden Lösung für Nutzungsgebühr und einen möglichen Ort Public Viewing: Chance bei 90 Prozent

Von Frank Schmälzle

Jetzt wird mit ganz heißer Nadel an einem Public Viewing für die Fußballeuropameisterschaft gestrickt. Es gibt einen neuen Favoriten für den Ort, an dem hunderte Fußball-Fans gemeinsam gucken und hoffentlich feiern sollen. Ganz nah dran an dem Lieblingsplatz der Bayreuther Fußball-Fans. Christian Wedlich vom Verein Bayreuth Event & Festival sieht die Chance, dass es doch noch klappt, bei 90 Prozent.

Ortstermin mit Christian Wedlich von Bayreuth Event & Festival (zweiter von links): Eine Lösung für das Public Viewing rückt näher. Foto: Ronald Wittek Foto: red

Der Favorit ist der Vorplatz der Rotmainhalle. Genau neben der Kreuzung am Mühltürlein. Dort feierten die Fans schon während der EM 2012 und der WM 2014. Die Zeit läuft. Spätestens am Sonntagabend um 21 Uhr muss alles stehen. Dann ist Anstoß zum ersten EM-Spiel der deutschen Mannschaft.

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Ein klärendes Telefonat

Plötzlich ging alles ganz schnell. Am Mittwochmorgen fand ein klärendes Telefonat statt. Am einen Ende der Leitung: die Stadtverwaltung, in persona Stadtdirektor Ulrich Pfeifer. Am anderen Ende: Christian Wedlich vom Verein Bayreuth Event & Festival. Was die beiden zu klären hatten: Die Stadt verlangt von dem Verein, der Public Viewings zu den Spielen der Deutschen Fußballnationalmannschaft organisieren will, eine Sondernutzungsgebühr. Weil das Public Viewing auf Grund und Boden der Stadt stattfindet. Aber nicht für die gesamte Fläche, auf der sich die Fans tummeln. Sondern nur für den Platz auf dem Schank- oder Grillwagen stehen. Das hatte sich noch einen Tag zuvor ganz anders angehört. Doch damit stellt die Stadtverwaltung endgültig klar, dass sie wie bei der EM 2012 verfahren wird. Und damit braucht der Verein nicht mehr bis zu 21000 Euro Sondernutzungsgebühr zu bezahlen - das hätte sein Budget gesprengt. Sondern nur noch etwa 2000 Euro. Public Viewing während der EM war fast schon tot. Plötzlich ist es wieder denkbar.

Luitpoldplatz? "Das ist zu eng"

Aber wo? Ortstermin um 16 Uhr nachmittags. Die Sache ist offenbar wichtig und eilig, alle sind da: Das Ordnungsamt und das Straßenverkehrsamt haben Vertreter geschickt, die Polizei und die Feuerwehr, die Stadtwerke und die Bayreuth Marketing und Tourismus GmbH und natürlich der Verein Bayreuth Event & Festival. Der Luitpoldplatz ist im Gespräch - und wird verworfen. Der würde nur funktionieren, wenn der Verkehr an den Spielabenden ab dem Annecyplatz umgeleitet werden würde. "Das gibt ein Verkehrschaos", sagt Heinz Pfister, Chef des Straßenverkehrsamtes. Christian Wedlich sieht es ein: "Das ist zu eng hier." Zu eng, das gilt auch für den Jean-Paul-Platz und den La-Spezia-Platz. Plötzlich wackelt das Public Viewing wieder.

Die zündende Idee

Dann die Idee: Wie wäre es mit dem Vorplatz der Rotmainhalle? Kurzes Nachdenken, dann kommen die Argumente: Ja, der gehört der Stadt. Ja, der ist groß genug für die 1500 bis 2000 Fans, mit denen die Organisatoren rechnen. Und ja, der Platz passt, weil es für Bayreuther Fußballfans längst Gewohnheit ist, Siege der Nationalmannschaft mitten auf der Kreuzung am Mühltürlein zu feiern. Näher dran am Public Viewing geht schon nicht mehr.

Es gibt noch tausend Details zu klären: Wo wird die vier mal sechs Meter große Leinwand stehen und kann man das 650-Kilo-Ungetüm dort fast einen Monat lang stehen lassen? Wie schafft man es, alle Notausgänge und Fluchtwege offen zu halten? Was sagt das Management des Rotmain-Centers dazu, wenn man ihm mal eben eine Großveranstaltung vor die Tür setzt? Wie sichert man den Platz gegen den Verkehr auf der Hindenburgstraße ab?

Trotzdem sagt Christian Wedlich: "Wir werden zu 90 Prozent einen Antrag stellen." Einen Antrag an das Ordnungsamt für Public Viewings stellen. Wenn der Verein die letzten zehn Prozent der offenen Fragen ausräumt, geht der Antrag heute im Rathaus ein.

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