Stadt kann sich die Miete für das Ideenhaus nicht mehr leisten Hollfelder Kunstfreunde suchen ein Museum

Von Thorsten Gütling

Die Kulturfreunde Hollfeld sind der nächste Verein, der den Sparzwang der Stadt zu spüren bekommt. Der Verein steht im neuen Jahr ohne Museum da. 5000 Euro im Jahr will die Stadt Hollfeld sparen, indem sie Miete, Nebenkosten und Strom für das Ideenhaus am Blauen Turm nicht mehr zahlt. Freiwillige Leistungen, die ohne Haushalt nicht mehr drin sind. Jetzt suchen die Kunstfreunde neue Ausstellungsräume.

Für seinen roten Salon ist das Museum der Kulturfreunde 
im Hollfelder Ideenhaus weit über die Stadtgrenzen hinaus gekannt. Derzeit steht der Raum leer und wird sich wohl auch nicht mehr mit Leben füllen. 
Die Stadt wird die Miete nicht mehr weiter zahlen, die Kulturfreunde selbst können sie sich nicht leisten. Jetzt wird nach einem neuen Museum gesucht. Foto: red

„Wir wollen, dass das Künstlerviertel aufrechterhalten wird“, sagt Michael Staudt. „Aber wir haben größere Probleme.“ Dem Vorsitzenden der Hollfelder Kulturfreunde fehlt Geld. Seit 37 Jahren gibt es den Verein, Michael Staudt ist der dritte Vorsitzende, will Ende des Jahres aber zurücktreten.

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Die Kulturfreunde sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Eiergasse weit über Hollfelds Grenzen hinaus als Künstlerviertel bekannt ist. Und Staudt, der auch der Kulturbeauftragte der Stadt ist, warnt: Was in den vergangenen 30 Jahren in Hollfeld geschaffen wurde, sei im Wanken.

Hohe Energiekosten

Dass die Stadt Miete und Nebenkosten des Ideenhauses bezahlte, liegt vor allem an den Ausstellungsräumen in der obersten Etage des Hauses. Dort sind eine alte Zahnarztpraxis, eine Uhrmacherwerkstatt, eine Schneiderei und ein Friseurgeschäft aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts untergebracht. Eine Sammlung, die der Stadt gehört.

„Der Kindergarten kommt gerne“, sagt Staudt. Andere Gäste aus Hollfeld vermisst der Vorsitzende aber. Die kämen eher aus Bayreuth, Bamberg und Forchheim. Zurückhaltung auch bei den Mitgliedschaften. Gut 40 Kunstfreunde gehören dem Verein derzeit an. „20 mehr und wir hätten finanziell etwas Spielraum“, sagt Staudt.

Neuer Vorstand soll es richten

Ob der Verein eine Zukunft hat, soll die Jahreshauptversammlung am 7. Januar zeigen. Ohne Museum mache ein Kulturverein wenig Sinn, sagt Staudt. Marita Bromann, selbst Mitglied des Vorstandes, versichert, es werde auf jeden Fall weitergehen. Kandidaten stünden bereit, ein neuer Vorstand werde sich finden. Die Suche nach neuen Ausstellungsräumen gestalte sich da schon schwieriger. Günstiger als die im Ideenhaus müssten sie sein, vor allem aus energetischer Sicht. Im Ideenhaus hatten Nachtspeicheröfen, die mit Strom heizen, die Rechnung in die Höhe getrieben. Gesucht werde außerdem eine Fläche von gut 150 Quadratmetern, verteilt auf nur ein oder zwei Räume. „Große Räume, damit die Bilder zur Geltung kommen“, sagt Bromann. Und idealerweise ohne störende Fenster.

Im Dezember will Staudt im Rahmen seines Kulturberichtes vor dem Stadtrat noch einmal für den Verein werben. Staudt will dort auch darauf hinweisen, dass der Verein noch einen Beschluss des alten Stadtrats habe. Darin heiße es, der Mietvertrag werde verlängert.