Voller Energie, wild und mit einer guten Prise teuflischen Humors. Die Meininger spielen den „Urfaust“ genau so wie ihn Goethe im Alter von 23 Jahren schrieb. Es ist Sehnen, Hoffen, Verzweifeln und Verlieren zugleich. In der neunten Spielzeit gewinnt die Produktion mit ihrer bald 60. Aufführung in den Kammerspielen zunehmend an Faszination. Es ist das am meisten gespielte Stück des Jungen Schauspiels. „Unser Herzstück“, sagt Spartenleiterin und Regisseurin Gabriela Gillert. Ganze Scharen von Schulklassen haben sich seit 2017 von dem intensiven Spiel berühren lassen. Während die Besetzung der Rollen im kompakten Ensemble-Quartett mit Gretchen, Mephisto und Marthe im Laufe der Jahre wechselte, verkörpert ein und derselbe Schauspieler seit der Premiere die Hauptrolle des Faust in seinem emotionalen Amoklauf: Vivian Frey.