Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungsverfahren ein Baufirma Müller: Altlastenfall verjährt

Von Peter Engelbrecht

Wegen Verjährung hat die Staatsanwaltschaft Bayreuth das Ermittlungsverfahren wegen des Altlastenfalls auf dem früheren Firmengelände von Müller-Bau in Thurnau eingestellt. Zudem sei gegen den früheren Geschäftsführer kein Tatnachweis zu erbringen. Das teilte Leitender Oberstaatsanwalt Herbert Potzel auf Anfrage mit.

Das Baugeschäft Müller in Thurnau. Archivfoto: Andreas Harbach Foto: red

Der Fall war im Juli 2015 nach einer anonymen Anzeige ins Rollen gekommen. Ein Insider hatte in einem Brief an Landratsamt und Polizei in Kulmbach behauptet, der Boden im Bereich der ehemaligen Fahrzeughallen und der Tankstelle sei erheblich mit Altöl und Kraftstoffen belastet. Über viele Jahre seien Altöl und Diesel beim Betanken der Baumaschinen und Lastwagen in den Boden gelangt. Der Unbekannte, der offenbar in der Firma gearbeitet hatte, erstattete Anzeige wegen Umweltverschmutzung und illegaler Altölentsorgung.

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Die Baufirma habe von 1933 bis zur Insolvenz im Jahr 2010 bestanden, erläuterte Potzel. Das Landratsamt Kulmbach habe 1989, 1990, 1998, 2001 und 2002 Mängel bei der Firmentankstelle gerügt, ein 10 000 Liter großer Dieseltank habe 1990 stillgelegt werden müssen. Potzel ging davon aus, dass die Bodenverschmutzung vor der Insolvenz im Juli 2010 geschehen sein müsse und damit verjährt ist.

Die Frist beträgt fünf Jahre. Dem Landratsamt liegt ein entsprechendes Bodengutachten vor. Dieses wurde im Zuge des Aufstellens eines Bebauungsplans für ein neues Baugebiet auf dem ehemaligen Firmengelände erstellt, erläuterte Sachgebietsleiter Hans-Dieter Vießmann auf Anfrage. Im Bereich des heutigen Ärztehauses seien keine Altlasten gefunden worden, im Bereich der früheren Betriebstankstelle und der Werkstatt seien punktuelle Verunreinigungen durch Tropfverluste oder den Rückbau der Tankstelle festgestellt worden.

„In diesem Bereich ist ein lokal begrenzter Bodenaustausch notwendig“, betonte Vießmann. Der frühere Geschäftsführer von Müller-Bau hatte im Juli 2015 auf Anfrage mitgeteilt, ihm sei von einer Bodenbelastung nichts bekannt. Die Vorwürfe seien „absolut lachhaft“.