Staatsanwaltschaft: Keine Anzeichen auf Vergiftung Tod der Rotmilane bleibt ungeklärt

Von Thorsten Gütling

Ein Dreiviertel Jahr hat es gedauert. Zwei verschiedene Gutachter sind zu Rate gezogen worden. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Bayreuth die Ermittlungen eingestellt. Die beiden im März bei Busbach tot aufgefundenen Rotmilane sind nicht vergiftet worden.

Zwei tote Rotmilane wurden im März 2016 bei Busbach gefunden. Dort, wo acht Windkraftanlagen entstehen sollen. Hatte der Tod der Tiere etwas mit den Bauplänen zu tun? Foto: Patrick Pleuel/ dpa Foto: red

Acht Windräder sind bei Busbach geplant. Als die beiden toten Vögel im März in der Nähe gefunden wurden, machten Gerüchte die Runde: Die Vögel hätten die Windräder verhindern können. Und jemand, der es nicht darauf ankommen lassen wollte, sollte sie vergiftet haben.

Nach der Werbung weiterlesen

Tatsächlich war der Windpark am Vogelherd, wie er passender Weise heißt, bereits genehmigt, als die toten Tiere gefunden wurden. Vor Gericht hatten sich die Betreiberfirma Fronteris und die Landratsämter Bayreuth und Kulmbach darauf geeinigt, welches Windrad sich wann drehen darf und wann nicht. Schon vor den beiden toten Milanen ging es um den Schutz von Vögeln, aber um andere. Um Baumfalken und Wespenbussarde.

Die ersten Rotmilane seit drei Jahren

Vom Rotmilan fehlte zu dieser Zeit noch jede Spur. Drei Jahre wurde die Art am Vogelherd nicht mehr gesichtet. Das neuerliche Auftauchen hätte die bereits erteilte Baugenehmigung daher nicht mehr rückgängig machen können. Wollte das Landratsamt den Rotmilan schützen, müsste es den Betreiber des Windparks teuer entschädigen.

Kein Gift, keine Verletzungen

Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Bayreuth die Ermittlungen eingestellt. Weil gleich zwei Gutachten zu dem gleichen Ergebnis kommen. Sowohl das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit als auch das Landeskriminalamt sagt: An den Vögel wurden keine äußerlichen Verletzungen gefunden und keine Anzeichen darauf, dass sie vergiftet wurden. Auch ein Mäusegift, das in der Nähe der Rotmilane gefunden wurde, konnte in den Tieren nicht nachgewiesen werden. Der Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel, sagt deshalb: „Die Todesursache lässt sich nicht ergründen. Wahrscheinlich war akutes Herzversagen, ausgelöst zum Beispiel durch Stress, die Todesursache.“

Rotmilane haben natürliche Feinde, dazu zählen neben dem Menschen auch der Habicht und der Uhu. Die beiden bei Busbach gestorbenen Tiere könnten also zu Tode gejagt wurden sein.