Staatsanwalt ermittelt wegen vierfachen Mordversuchs - Christian G. wird vorläufig in Psychiatrie untergebracht Bayreuth: Messerstecher möglicherweise psychisch krank

Von Manfred Scherer
Das Sepzialeinsatzkommando - hier ein Beamter kurz vor dem Zugriff - musste ihn aus seinem Versteck holen: Der 26-jährige, der in der Nacht zum 11. August im Lessingweg eine Notärztin und drei Sanitäter mit einem Messer schwer verletzte, ist vorläufig in der Psychiatrie untergebracht worden. Es besteht der Verdacht, dass der mann psychisch erkrankt ist. Foto: Ronald Wittek Foto: red

Vier Menschen, die ihm helfen wollten, griff er plötzlich mit dem Messer an, verletzte alle schwer: Die Staatsanwaltschaft beurteilt  das derzeit als vierfachen Mordversuch. Ein möglicher Hintergrund für die Bluttat deutet sich an.

 
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Der 26-jährige Christian G. wurde am Mittwoch vom Ermittlungsrichter in der Psychiatrie untergebracht. Wie der Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel auf Anfrage hierzu erklärte, sei bei dem Beschuldigten verminderte Schuldfähigkeit oder völlige Schuldunfähigkeit nicht auszuschließen. Vorangegangen war eine psychiatrische Untersuchung, die Anzeichen dafür ergab, dass Christian G. psychisch krank sein könnte. Ob es tatsächlich so ist, soll nun im Bezirkskrankenhaus geprüft werden. Nach Kurier-Informationen soll der 26-Jährige schon einmal in psychiatrischer Behandlung gewesen sein.

Der Angriff erfolgte aus der Toilette heraus

Wie berichtet, hatte der 26-Jährige am Montagabend im Haus Lessingweg 10 eine Notärztin und drei Rettungssanitäter unvermittelt angegriffen. Mit einem Messer verletzte er die Notärztin am Hals, einen der Sanitäter soll er einen Leberstich versetzt haben. Auch die anderen Helfer wurden verletzt. Christian G. war von den vier Helfern als Patient eingestuft worden, das Notarztteam kam nach einem Notruf. Kurier-Recherchen ergaben, dass der 26-Jährige zunächst bedeutet habe, er wolle mit den Rettern mitkommen. Danach wollte er noch zur Toilette. Aus der Toilette kam er mit einem Messer wieder heraus und startete seinen Angriff.

Die Opfer rechneten nicht mit der Attacke

Dass die Angriffe auf alle vier Helfer jeweils als versuchter Mord gewertet wird, erklärte Oberstaatsanwalt Potzel mit der Arg- und Wehrlosigkeit der Opfer: Die Helfer hätten mit den lebensgefährlichen Angriffen nicht gerechnet. Der genaue Tatablauf der Bluttaten wird noch rekonstruiert.

Staatsanwalt ordnet Vorführung bei Richter an

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft erfolgte am Mittwoch die Vorführung des 26-Jährigen wegen beim Ermittlungsrichter. Aufgrund einer vorangegangenen psychiatrischen Begutachtung erließ dieser gegen den Tatverdächtigen einen Unterbringungsbefehl. Der Beschuldigte wurde daraufhin in ein Bezirkskrankenhaus gebracht. Inzwischen befinden sich die Notärztin sowie die Rettungssanitäter auf dem Weg der Besserung. Bleibende Schäden bei der Notärztin können die Mediziner am Klinikum aber nicht ausschließen.

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