Staatliche Neubauförderung: Wie Bauherren jetzt an Fördermittel kommen

Noch gibt es attraktive Fördermittel. Foto: Bausparkasse Schwäbisch Hall/akz-i

Fördergelder für den Neubau sind gefragt. Wer davon profitieren will, sollte rasch aktiv werden. Einen Überblick gibt Thomas Billmann, Modernisierungsexperte bei Schwäbisch Hall.

Für die Abwicklung und die Auszahlung der Förderung ist die KfW-Bank zuständig. Seit April 2022 gibt es allerdings nur noch ein Förderprogramm für den energieeffizienten Neubau: die Effizienzhaus-Stufe 40 (EH40) in der Nachhaltigkeitsklasse. „Ein Effizienzhaus 40 muss sehr viel energieeffizienter sein als ein Referenzgebäude, das den Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes entspricht“, erklärt Billmann. Voraussetzung für die Förderung ist eine Zertifizierung mit dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG). Im Gegensatz zum Energieausweis soll das Siegel nicht nur die Energieeffizienz, sondern die tatsächliche CO₂-Ersparnis pro Quadratmeter Wohnfläche abbilden. „Die Zertifizierung durch eine akkreditierte Stelle ist an ein staatlich anerkanntes Bewertungssystem gekoppelt“, weiß der Schwäbisch Hall-Experte. Ziel dabei ist, die Nachhaltigkeit eines Bauvorhabens insgesamt zu betrachten. Wer alle Bedingungen erfüllt, erhält die KfW-Förderung in Form eines Kredites mit Tilgungszuschuss. Das maximale Kreditvolumen beträgt 120.000 Euro, der Tilgungszuschuss liegt bei 5 Prozent – also maximal 6.000 Euro. Den Tilgungszuschuss müssen Bauherren nicht zurückzahlen. Ganz wichtig: „Bei der Beantragung ist ein Energieberater Pflicht“, betont Billmann.

Eine Alternative kann das KfW-Wohneigentumsprogramm 124 sein. Der Unterschied: Der EH40 NH-Standard muss nicht erfüllt werden. Der Haken: Es gibt dafür „nur“ einen Kredit bis 100.000 Euro ohne Tilgungszuschuss. „Neben der KfW-Förderung bieten die Landesförderbanken eigene Förderprogramme an. Auch bei Landkreisen und Kommunen gibt es Förderungen für energieeffizientes Bauen“, so Billmann. „Aber: Fördermittel können nur ein Baustein einer soliden Baufinanzierung sein. Die sicherste Grundlage bildet immer noch ausreichend Eigenkapital, das z. B. über einen Bausparvertrag angespart wird.“

Womit angehende Bauherren schon fest rechnen können, ist eine grundlegend neue Bauförderung für das Jahr 2023. Dann soll das neue Programm „Klimafreundliches Bauen“ starten, das derzeit vom Bundesbau- und -wirtschaftsministerium entwickelt wird. Nachhaltigkeitsaspekte wie die CO2-Emissionen im Lebenszyklus von Gebäuden sollen darin wohl noch stärker berücksichtigt werden.

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