St. Georgen swingt Benefiz-Konzerte mit Country

St. Georgen swingt in der Wilhelminenaue soll weitergehen, sagen Regine Gareis, die Vorsitzende des Vereins, und Pressesprecher Michael Birkhan. Foto: Eric Waha

BAYREUTH. Das Festival St. Georgen swingt hat es voll erwischt Mitte Juli: An den Wochenenden davor und danach war bestes Wetter, das Festival selbst litt unter Regenschauern und kühlen Temperaturen. Und in der Folge Besucherzahlen, die dramatisch unter denen lagen, die man erwartet - und auch zum Decken der Kosten gebraucht - hätte. Jetzt gibt es einen Kassensturz, ein dickes Minus und große Hilfsbereitschaft aus der Musikszene.

Regine Gareis, die Vorsitzende des Vereins St. Georgen swingt, und der Pressesprecher Michael Birkhan nehmen im Gespräch mit unserer Zeitung kein Blatt vor den Mund. "Es war etwa ein Drittel der Besucher da, die wir erwartet hatten und die im vergangenen Jahr auch da waren", sagt Regine Gareis. Rund 800 Musik-Fans seien an den beiden Tagen am 12. und 13. Juli in die Wilhelminenaue gekommen. Zum zweiten St. Georgen swingt an dem neuen Ort. Rund 2500 waren es bei der Premiere 2018 auf der Seebühne, nach dem Wegzug aus St. Georgen.

Die Headliner melden sich und fanden das Festival gut

"Die, die da waren, hatten gute Stimmung und waren begeistert von unserem Angebot", sagt Regine Gareis. Den Headlinern der beiden Abende - Sydney Ellis und Miles Sanko - habe das Festival und der Ort so gut gefallen, dass beide sich noch einmal bei den Organisatoren gemeldet hätten. "Miles Sanko sagte, er fand es schade, dass so wenige Leute da waren", sagt Michael Birkhan. "Und er hat tatsächlich alles getan, die Leute mitzureißen. Musikalisch war er auch mit das Beste, was wir in den vergangenen neun Jahren hatten. Nur das Wetter war eben ein Griff ins Klo."

Minus im fünfstelligen Bereich

So wie die Zahl der Besucher feststeht, steht auch fest: St. Georgen swingt war finanziell ein Fiasko. "Wir haben ein Minus im niedrigen fünfstelligen Bereich gemacht", sagt Gareis. Für einen Verein, der von 20 Euro Mitgliedsbeitrag lebt und entsprechend mit der Organisation eines solchen Festivals ins Risiko geht, ein heftiger Schlag. Das ist offenbar in der Musik-Szene angekommen. Mit einer Redaktion, die das Vorstandsteam von St. Georgen swingt begeistert: "Es wird am 31. August und am 1. September eine Art Benefiz geben. Unter dem Motto: Die können auch Country", sagt die Vorsitzende. Die Band Two Cuts Away wird am 31. August ab 19 Uhr auf der Bühne des Kulturkiosks von Coco Sturm aufspielen, die Line-Dancer der Sowbugs haben ihr Kommen angekündigt, "weitere Line-Dancer wollen wir noch aktivieren", sagt Regine Gareis, die selbst "totaler Country-Fan ist", wie sie sagt.

Country und Coffee am Sonntag

Am nächsten Tag, dem Sonntag, gibt es ab 14 Uhr Country und Coffee, also den etwas anderen Nachtisch, mit Stevie McGee und Band. "Alles, was an den beiden Tagen an Spenden in die Box kommt, geht an St. Georgen swingt als Spende", sagt Gareis. Und soll helfen, das Defizit des jüngsten Festivals zu decken. "Eine sehr schöne Aktion, die kurz nach dem Festival geboren wurde. Und die zeigt, dass die Musik-Schaffenden aus Bayreuth und der Region das Festival mögen - und hoffen, das es tatsächlich weitergeht", sagt Birkhan. In die gleiche Richtung zeige ein Anruf von Max Oestersötebier, Kopf der Sazerac Swingers. Einer Band, die St. Georgen swingt vor einigen Jahren ziemlich gerockt hatte. "Er hat angerufen und gesagt, dass die Band beim nächsten Mal an dem geplanten Termin in Bayern einen Auftritt hätte. Sie würden kommen und ohne Gage bei uns spielen."

Planung fürs nächste Jahr startet in Kürze

In Kürze, wenn die Urlaubszeit vorbei ist, wird sich das Organisations-Team von St. Georgen swingt zum ersten Mal wieder zusammensetzen, anschließend wird es die Hauptversammlung geben. Und natürlich plane man, das Festival weiter in die Spur zu bringen. Vor allem mit Blick darauf, dass nächstes Jahr zehn Jahre St. Georgen swingt gefeiert werden können. Allerdings wolle man "nächstes Jahr ein komplett anderes Festival" präsentieren. Neben dem Schnitt, der durch den Ortswechsel notwendig war, auch das Programm weiter auf Richtung Zukunft trimmen zu wollen, spiele man auch mit dem Gedanken "für einen Plan B, damit wir so ein Fiasko nicht noch einmal erleben", wie es Birkhan formuliert. Das könnte bedeuten, dass man einen überdachten Veranstaltungsort als Ausweich-Quartier in der Hinterhand halte, sollte das Wetter Kapriolen spielen. Das müsse aber innerhalb des Vereins noch diskutiert werden.

Hoffen auf Wohlwollen der Bayreuther

Wichtig sei: "Alle ziehen an einem Strang, keiner hat bislang gesagt, es mache keinen Sinn, weiter zu machen. Was wir brauchen, ist das Wohlwollen der Bürger für das Festival", sagt Regine Gareis.

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Passwort vergessen?
  2. * = Pflichtfeld
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!

Wenn Sie einen Kommentar verfassen, so wird dieser unter Ihrem Klarnamen, also dem von Ihnen angegebenen Vor- und Nachnamen veröffentlicht. Sollte Ihr Kommentar nicht sofort erscheinen, bitten wir Sie um etwas Geduld. Wir behalten uns vor, Kommentare vor der Veröffentlichung zu prüfen. Bitte beachten Sie hierzu auch unsere Netiquette.

loading