Spendenaktion Klicken für die Kirchenorgel

Die Orgel in der Dreifaltigkeitskirche on Bad Berneck soll schöner klingen, wünscht sich Dekanatskantorin Ulrike Heubeck. Foto: Ralf Münch

Die Renovierung der Kirchenorgel in Bad Berneck ist ein teures Unterfangen. Bei der Spendensammlung kann man die Kirchengemeinde unterstützen, ohne einen Cent in die Hand zu nehmen.

Bad Berneck - Die Orgel der evangelischen Dreifaltigkeitskirche in Bad Berneck wird von Grund auf renoviert. Um die teuren Arbeiten finanzieren zu können, hat sich die Kirchengemeinde schon viel einfallen lassen. Jetzt kann jeder Unterstützer auch einen finanziellen Beitrag leisten - ohne selbst dafür einen Cent zahlen zu müssen.

Was die Sache aufwendig macht

Eigentlich ist die Orgel noch gar nicht alt. Knapp 30 Jahre ist es her, dass sie für rund 350.000 Mark von Hey-Orgelbau in Urspringen in der Rhön gekauft und in der Dreifaltigkeitskirche aufgebaut wurde. Da ist es an der Zeit, die Pfeifen auszubauen, zu reinigen und Verschleißteile in der komplizierten Mechanik auszutauschen, sagt Dekanatskantorin Ulrike Heubeck, die das Instrument regelmäßig spielt. Was die Sache in Bad Berneck komplizierter und aufwändiger macht: Die Orgel muss auch neu intoniert werden.

Der Klang ist die Seele des Instruments

„Der Klang der Orgel war noch nie gut“, sagt Heubeck. Zeitzeugen hätten ihr berichtet, dass man von Anfang an damit nicht wirklich glücklich war. Der regelmäßige Kirchgänger, der seine Orgel gewohnt ist, bemerke das in der Regel gar nicht.

Aber wer auch mal andere Orgeln hört und den Vergleich hat, der begreift den Unterschied, sagt die Kantorin. Und das ist keine Nebensächlichkeit. Die studierte Kirchenmusikerin Heubeck beschreibt das so: „Der Klang ist die Seele des Instruments. Er muss den Zuhörer berühren, ihn ansprechen, dass er erfüllt ist von der Musik.“

Fast 2000 Pfeifen

Damit die Kirchgänger in Bad Berneck auch in den Genuss dieses Erlebnisses kommen können, muss ein immenser Aufwand betrieben werden. Ein Intonateur muss das Instrument komplett neu „stimmen“, und zwar jede einzelne der fast 2000 Pfeifen. Mehr als 50 Parameter gibt es, die den Klang einer Orgelpfeife verändern können: angefangen von der der Größe der Öffnung über das Material bis zum Stimmschlitz. Obwohl die Renovierung der Orgel gleich nach Ostern beginnen soll, wird die Zeit bis Ende November – dann wird es in der Kirche zu kalt für die Arbeiten - nur für das Grundregister ausreichen. Im Frühjahr 2022 soll es dann weitergehen.

Ein großer Batzen

Für die Renovierung der Orgel hat die Kirchengemeinde mit den beiden ausgewählten Orgelbauern einen Festpreis von 65.000 Euro vereinbart. Ein großer Batzen für die Kirchengemeinde, die darüber hinaus auch die Umgestaltung des Kirchplatzes in Angriff nehmen will.

Zwar seien einige Rücklagen gebildet worden, aber ein möglichst großer Teil des Geldes soll über Spenden hereinkommen, sagt Heubeck.

Und da haben sich die Verantwortlichen schon einiges einfallen lassen: eine Verlosungsaktion im vergangenen Sommer zum Beispiel; im kommenden Mai soll es einen Pflanzenbasar geben; gerade wird ein Orgel-Flyer angefertigt, mit dem die Gemeinde bei Gewerbetreibenden der Region um Spenden werben will. Ein Wettangebot des ehemaligen Dekans Thomas Guba bei seinem Abschied hatte mehr als 5000 Euro für die Orgel eingebracht. Gegen Spenden gab es im Dezember außerdem Advent-to-go-Taschen. Darin enthalten war unter anderem ein Link zu Weihnachtsliedern auf der Orgel von Ulrike Heubeck.

Mit Onlinevoting zum Preis

Mit dieser Adventstaschenaktion hat sich die Kirchengemeinde nun bei der Zeitschrift Chrismon beworben. Das evangelische Magazin schüttet in einem Wettbewerb insgesamt 22.000 Euro für spannende und kreative Ideen der Kirchengemeinden aus. Es winken in verschiedenen Kategorien Preise von 500 bis 2000 Euro.

Voraussetzung, einen Publikumspreis zu gewinnen, sind allerdings genügend Stimmen bei einem Onlinevoting. Noch bis 23. März kann jeder Unterstützer dem Bad Bernecker Projekt seine Stimme geben und damit per Mausklick die Orgelrenovierung unterstützen. Die Stimme kann jeden Tag aufs Neue abgegeben werden, mit mehreren Endgeräten sogar mehrfach.

Am Montag lagen die Bad Bernecker mit knapp 1000 Stimmen noch auf Platz 31. Um in die Endausscheidung zu kommen, müssen sie unter die besten zwölf kommen. So lautet auch für die Orgelfreunde von Bad Berneck die Devise nun: Click and collect.


Info: Zur Stimmabgabe gelangt man unter www.chrismongemeinde.de

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