Spektakulärer Einsatz aus der Luft Vogelschutz per Helikopter-Einsatz

red

Ein Hubschrauber fliegt bei Creußen rückwärts entlang einer Hochspannungsleitung. Wie präzise ist der Einsatz für den Vogelschutz?

Mit einem Hubschrauber wurden entlang einer Hochspannungsleitung Vogelschutzmarker angebracht. Foto: Adriane Lochner / ©Bayernwerk

CREUSSEN. Wer zuletzt einen Helikopter beobachtet hat, der im Stop-and-go-Verfahren rückwärts entlang einer Hochspannungsleitung bei Creußen flog, braucht sich nicht zu wundern: Der ungewöhnliche Einsatz diente der Montage von Vogelschutzmarkern an der Hochspannungsleitung zwischen Pegnitz und Bayreuth. Die Arbeiten führte eine Spezialfirma aus der Nähe von Frankfurt am Main im Auftrag der Bayernwerk Netz GmbH durch.

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Statische Aufladung

Mithilfe einer speziellen Vorrichtung am Hubschrauber brachte ein Mitarbeiter insgesamt 196 Vogelschutzmarker am obersten Seil der Leitung an. Die Marker waren bei einer Leitungssanierung demontiert worden und wurden nun wieder installiert.

Obwohl auf dem obersten Blitzschutzseil kein Strom fließt, entsteht dort eine statische Aufladung. Deshalb muss das Seil vor jeder Montage zunächst mithilfe einer Erdungsklemme entladen werden. Anschließend werden die sogenannten Zebramarkierungen, benannt nach ihrer auffälligen schwarz-weißen Streifung, mit Spiralen im Abstand von rund 25 Metern befestigt. Für die Montage muss der Pilot den Helikopter äußerst präzise und in geringem Abstand zur Leitung rückwärts fliegen, ein anspruchsvolles Flugmanöver, das dank der Erfahrung der Spezialisten zügig gelang.

Die beweglichen Vogelschutzmarker sind rund 50 Zentimeter lang und 30 Zentimeter breit. Durch ihre kontrastreiche schwarz-weiße Gestaltung erinnern sie an einen Zebrastreifen und machen das oberste Leitungsseil für Vögel deutlich besser sichtbar. So können die Tiere die Leitung bereits aus größerer Entfernung erkennen und ihre Flughöhe rechtzeitig anpassen. Auf diese Weise wird das Risiko von Kollisionen mit den Erdseilen deutlich reduziert.

Die Arbeiten bei Creußen waren Teil einer bayernweiten Maßnahme des Netzbetreibers. Insgesamt hat die Bayernwerk Netz auf elf Leitungsabschnitten im gesamten Netzgebiet Reparaturen erledigt oder Vogelschutzmarker und Warnkugel montiert - unter anderem auch an der Hochspannungsleitung zwischen Münchberg und Gefrees.