Speichersdorfer Feuerwehr So geht es nach dem Unfall weiter

BINDLACH/SPEICHERSDORF. Die gute Nachricht: Den verunglückten Feuerwehr-Kameraden geht es gut. Das Spezialfahrzeug aber, das am Bindlacher Berg in die Beton-Gleitwand fuhr, ist nicht mehr zu gebrauchen. Seine Lücke in der Rettungskette muss geschlossen werden.

„Den Kollegen geht es den Umständen entsprechend sehr gut“, sagt Volker Hammon, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Speichersdorf. Sowohl der erfahrene und zuverlässige Fahrer als auch die vier verletzten Mitfahrer verließen das Krankenhaus nach kurzer Behandlung. Ein Mitfahrer blieb unverletzt.

Hoher Schaden beim Unfall

Am Sonntagvormittag wollte die Feuerwehr Speichersdorf mit dem „Hytrans Fire System“, einem Spezialfahrzeug mit teurer Ausstattung, und zwei weiteren Fahrzeugen zu einer Übung in Gefrees. Am Bindlacher Berg aber verlor der Fahrer des Multifunktions-Fahrzeugs die Kontrolle. Das Auto fuhr quer über die Fahrbahn und kollidierte mit der Beton-Gleitwand (wir berichteten). Überall lagen Trümmer. Am Fahrzeug entstand Totalschaden; es wurde abgeschleppt. Die Polizei schätzt den Gesamtschaden auf 350.000 Euro.

Gutacher muss Unfallhergang klären

Kommandant Marco Neugebauer und Kollegen der Feuerwehr Bindlach waren schnell vor Ort. „Es macht betroffen, wenn man durch die Alarm-Meldung weiß, dass ein Feuerwehrfahrzeug beteiligt ist. Teilweise kennt man die Kollegen persönlich. Sie hatten Glück, dass nicht mehr passiert ist – bei dieser Wucht, die hier geherrscht hat.“

Zur Unfallursache gibt es noch keine genauen Angaben. „Drogen, Alkohol oder eine Übermüdung des Fahrers können ausgeschlossen werden“, sagt Philipp Kimmich von der Verkehrspolizei Bayreuth. Ansonsten müsse man die Ergebnisse eines Gutachters abwarten, der die Unfallstelle vermessen habe. „Das muss jetzt berechnet werden. Das kann Wochen dauern.“ Es gehe nur schneller, wenn der Gutachter schon vor dem schriftlichen Bericht etwas sagen könne. Bislang jedoch gab es keine Rückmeldung.

Auch Kommandant Hammon sagt nichts zur Unfallursache. „Es handelte sich um keine Alarmübung. Es wurde mit einer den Verhältnissen angemessenen Geschwindigkeit ohne Sonderrechte gefahren.“ Speichersdorfs Bürgermeister Manfred Porsch sagt, ihm sei versichert worden, dass der Fahrer keine Schuld habe. „Die Fahrbahn weist Spurrinnen auf.“ Die Übung in Gefrees übrigens fand statt. Kommandant Manfred Horn zog sie unter neuen Rahmenbedingungen, die auch im Einsatzfall entstehen könnten, durch. 130 Hilfskräfte übten das Löschen und das Retten mit der Drehleiter.

Die Notfall-Bereitschaft wird weiter gewährleistet

Und wie geht es bei der Speichersdorfer Feuerwehr weiter? „Natürlich fehlt uns jetzt ein sehr wichtiges Fahrzeug“, sagt Kommandant Hammon. „Die Notfall-Bereitschaft ist aber durch unsere weiteren Fahrzeuge gewährleistet.“ Der Wechsellader mit Mulde transportiert die Geräte des Unfallfahrzeugs – soweit noch in Takt. Für die defekten Gegenstände wurde mit Kreisbrandrat Hermann Schreck ein vorübergehendes Konzept ausgearbeitet, um bestmöglichen Schutz zu gewährleisten. Das Fahrzeug hatte zwei landkreisweit wichtige Aufgaben: Es war einer von drei Schlauchwagen – und etwa vor Kurzem beim Großbrand bei Theta im Einsatz. „Das übernehmen die Wehren aus Seybothenreuth oder Bischofsgrün“, sagt Kreisbrandrat Schreck. Dort stehen die zwei anderen Schlauchwagen im Kreis.

Feuerwehr Weidenberg übernimmt Bahnnotfälle

Einen Bahnrüst-Satz, um auf Gleisen zu retten, gab es landkreisweit nur im Unfallwagen. „Deshalb wird jetzt die Feuerwehr Weidenberg bei Bahnunfällen immer alarmiert.“ Denn sie besitzt eine „Plattform“ (Schreck), die zweckentfremdet ebenfalls zur Rettung auf Schienen geeignet ist. Bei Bedarf werden die Weidenberger von Bindlach und Creußen unterstützt, wo es ähnliches gibt.

Mittelfristig soll ein neues Fahrzeug her, wie Bürgermeister Porsch sagt: „In einer Gemeinde mit Bahn-Knotenpunkt brauchen wir auch einen neuen Bahnrüst-Satz.“ Wie lange die Anschaffung dauert, ist völlig unklar. Das Auto sei wie alle anderen Vollkasko versichert. Porsch: „Wir werden das melden. Wenn alles geregelt ist, wird ein neues Fahrzeug bestellt.“

 

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