Sparkassen: Schließungen überall

Von Thorsten Gütling

Die Gemeinde Mehlmeisel will ein Zeichen setzten. Sie will sich den Rückzug der Sparkasse Bayreuth an vielen Orten im Landkreis nicht gefallen lassen und wechselt - zur benachbarten Sparkasse Oberpfalz Nord. Aber ist die wirklich besser? Recherchen des Kuriers zeigen: Was dieser Tage bei der Sparkasse Bayreuth passiert, hat anderswo längst stattgefunden.

Nicht nur die Sparkasse Bayreuth hat zum ersten November Standorte geschlossen. Die Sparkassen der umliegenden Landkreise haben diesen Schritt teilweise schon vor Jahren vollzogen. Foto: Ronald Wittek Foto: red

Die Sparkasse Oberpfalz Nord

Die Sparkasse Oberpfalz Nord, zu der die Gemeinde Mehlmeisel abgewandert ist, betreibt heute noch genauso viele Standorte, wie schon vor 15 Jahren. Aber der Anteil der Standorte ohne Mitarbeiter ist gestiegen. Gab es 2011 nur an drei Standorten ausschließlich Geldautomaten, sind es heute sieben. Die jüngste Umwandlung zweier Geschäftsstellen in reine Selbstbedienungsstandorte ist ein Jahr her. Weitere Schließungen oder Umwandlungen hält sich die Sparkasse Oberpfalz Nord ausdrücklich vor. Dafür soll die Kundenbetreuung über Internet und Telefon ausgebaut werden. Die Sparkasse nennt das den Ausbau einer "relationellen Nähe zum Kunden".

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Die Sparkasse Forchheim

Von Schließungen spricht auch die Sparkasse Forchheim nicht, sondern von einer Optimierung der Geschäftsstellen. Waren es im Jahr 2000 noch 39 Geschäftsstellen, sind es heute nur noch 30. Dazu kommen drei Geldautomaten, ein Autoschalter und zwei sogenannte Cashpoints in der Fränkischen Schweiz. Dort kann den Kunden in einem Dorfladen Geld aus der Kasse ausbezahlt werden. Weitere Optimierungen seien derzeit nicht vorgesehen. Im Gegenteil: 2017 soll eine mit Mitarbeitern besetzte Filiale in Betrieb gehen, in der ausschließlich über das Internet gestellte Fragen und Anträge bearbeitet werden.

Die Sparkasse Amberg-Sulzbach

Standorte reduziert hat auch die Sparkasse Amberg-Sulzbach im Frühjahr dieses Jahres. Vier ihrer 25 Filialen wurden geschlossen. Die Sparkasse spricht aber nicht von Schließungen, sondern von einer Zusammenlegung. Und weitere Zusammenlegungen seien derzeit nicht geplant, heißt es.

Die Sparkasse Kulmbach-Kronach

Die Sparkasse Kulmbach-Kronach hat in den vergangenen drei Jahren sieben Geschäftsstellen geschlossen und dafür einen Selbstbedienungsstandort und eine mobile Geschäftsstelle hinzugewonnen. Die Zahl der Geldautomaten ist in dieser Zeit um nur einen gesunken. Zehn Geldautomaten wurden um die Möglichkeit, Geld einzuzahlen, erweitert. Weitere Schließungen will die Sparkasse nur bis 2018 ausschließen.

Die Sparkasse Coburg-Lichtenfels

Genaue Zahlen, wie andere Sparkassen, nennt die Sparkasse Coburg-Lichtenfels auf Nachfrage nicht. Die Zahl der der Standorte sei aber "leicht" zurückgegangen, heißt es. Die Schließungen unrentabler Standorte habe man bereits Anfang des Jahres vollzogen. Weil es weiterhin wenig Zinsen für Geld gibt, könnten mittelfristig weitere Standorte geschlossen werden.

Die Sparkasse Bamberg

Die Sparkasse Bamberg hat in den vergangenen fünf Jahren eine Geschäftsstelle geschlossen und drei Geldautomaten abgebaut. Auch hier spricht man von Zusammenlegungen. Auf Kurier-Nachfrage schreibt die Sparkasse Bamberg: "Nicht zuletzt im Interesse unserer Kunden hinterfragen wir immer wieder die Rentabilität und Akzeptanz unserer unterschiedlichen Vertriebskanäle."

Die Sparkasse Hochfranken

Vor einem Jahr hat auch die Sparkasse Hochfranken fünf Geschäftsstellen ganz geschlossen und an vier weiteren Standorten lediglich Automaten stehen lassen. Die Sparkasse Hochfranken betreibt in der Stadt Hof und in den Landkreisen Hof und Wunsiedel derzeit noch 44 Geschäftsstellen und acht Geldautomaten. In Städten unter 10.000 Einwohner wolle man künftig keine Geschäftsstellen mehr betreiben, heißt es in einer Mitteilung. Stattdessen wolle man das Beratungsangebot an den verbliebenen Standorten stärken.

Die Sparkasse Bayreuth

Im September hat der Verwaltungsrat der Sparkasse Bayreuth auf Vorschlag des Vorstandes entschieden, in Stadt und Landkreis 14 Geschäftsstellen zu schließen. Dazu kommt das Ende der Geschäftsstelle Opernstraße, wenn im Dezember der Neubau am Luitpoldplatz eröffnet werden soll. In neun Fällen bleiben nicht einmal die Geldautomaten zurück. Zur Begründung hieß es unter anderem, Geldautomaten würden viel Geld kosten, vielerorts aber nur wenig genutzt werden.