Sparkassen-Bilanz Rekorde bei Krediten

Die Sparkassen-Vorstände Wolfgang Hetz (links) und Wolfram Münch sind zufrieden mit der Bilanz für 2020. Foto: red

Normalerweise würde man über eine solche Bilanz bei der Sparkasse Bayreuth wohl jubeln. Deutliche Anstiege bei den Einlagen, vor allem aber Rekorde bei den Kreditausreichungen, mit denen sich ja immer noch etwas verdienen lässt. Doch angesichts von Corona formuliert es Vorstandsvorsitzender Wolfram Münch in einer Mitteilung lieber so: „Wir sind mit dem abgelaufenen Jahr so zufrieden, wie man es unter diesen Rahmenbedingungen sein kann.“

Bayreuth - Allerdings spiegelt diese Zufriedenheit zum Teil deutliche Zuwächse bei allen wichtigen Kennzahlen wider. Getrieben von Einlagen- und Kreditwachstum legte die Bilanzsumme um 8,4 Prozent oder 217 Millionen Euro auf 2,82 Milliarden Euro zu. Das Kundengeschäftsvolumen mit Einlagenbeständen, Krediten und Wertpapieren summierte sich Ende 2020 sogar auf rund 4,64 Milliarden Euro, 295 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

Auch auf den Konsumrückgang während der Pandemie führt Münch den Zuwachs bei den Einlagen um 10,4 Prozent auf 2,38 Milliarden Euro zurück und sagt dazu: „Wir freuen uns sehr über das Vertrauen der Menschen. Dabei dürfen wir aber nicht vergessen, dass jeder Euro an neuen Einlagen in der aktuellen Niedrig-, Null- und Minuszinsphase Kosten mit sich bringt, da wir, wenn wir das Geld bei der EZB wieder anlegen, keinen Ertrag dafür erzielen, sondern derzeit 0,5 Prozent Zinsen bezahlen müssen.“

Kredite: 1,3 Millionen Euro pro Arbeitstag

Auf der anderen Seite meldet die Sparkasse aber auch ein historisches Wachstum bei neuen Krediten. Durchschnittlich 1,3 Millionen Euro habe man pro Arbeitstag an die Kunden ausgereicht. Der Bestand an Kundenkrediten summierte sich Ende des Jahres auf 1,6 Milliarden Euro, wobei sich die Kreditneuzusagen an die heimische mittelständische Wirtschaft und private Investoren auf 317 Millionen Euro beliefen – ein Zuwachs von 59 Millionen Euro oder 22,7 Prozent gegenüber 2019.

Der Boom beim Wohnungsbau halte auch wegen der niedrigen Zinsen an. Ob Modernisierungsmittel, Sanierung oder Neubau: Es wurden Wohnungsbaukredite in Höhe von 176 Millionen Euro zugesagt – ein Zuwachs von 40 Millionen Euro oder 28,9 Prozent. Der Bestand an Wohnungsbaukrediten legte um 9,9 Prozent auf 821 Millionen Euro zu.

Anlagen in Wertpapiere

Trotz des Booms bei den sicheren aber nahezu unverzinsten Einlagen zog auch das Wertpapiergeschäft weiter an, immer mehr Kunden wählen demnach für langfristige Anlagen Aktien oder entsprechende Fonds. Das Depotvermögen der Kunden erhöhte sich so um 4,0 Prozent auf 668 Millionen Euro.

Unter dem Strich blieb ein Bilanzgewinn von 500.000 Euro, der ungefähr dem Vorjahreswert entspricht und dem Eigenkapital zugeführt wird.

Marktführer

Mit fast 79.000 Girokonten und einem Marktanteil von rund 40 Prozent sieht sich die Sparkasse als unangefochtener Marktführer in Stadt und Landkreis Bayreuth. Allein im Geschäftsjahr 2020 hätten 3267 Menschen ein neues Girokonto bei dem Finanzinstitut eröffnet.

Immer mehr Online-Konten

Und diese Konten werden immer öfter online geführt. Ende 2020 waren das 61,7 Prozent der Privatkunden und 82 Prozent der Geschäftskunden. Im Schnitt logge sich alle 3,5 Sekunden ein Kunde auf der Homepage ein. Zugleich verzeichne man einen Anstieg um 22 Prozentpunkte beim mobilen und kontaktlosen Bezahlen, während die Zahl der Bargeldabhebungen an den Geldautomaten um ein Drittel zurückgegangen seien. Die Pandemie sei auch hier ein Treiber der Digitalisierung.

461 Mitarbeiter

Dennoch sei weiterhin persönliche Beratung gefragt. Die sichere die Sparkasse mit insgesamt 461 Beschäftigten, darunter 16 Auszubildende. Das waren 15 weniger als im Jahr zuvor. Genutzt wurden dabei Altersteilzeitprogramme und natürliche Fluktuation. Die Zahl der Geschäftsstellen liege bei 38, davon seien 20 mitarbeiterbesetzt. Außerdem gebe es Beratungen per Anruf im Kundenservice-Center sowie via Chat oder Skype.

Nach einem „zufriedenstellenden, wenngleich auch sehr herausfordernden Jahr schauen wir zuversichtlich nach vorne“, wird Vorstandschef Münch abschließend zitiert. sts

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