Nebenschauplatz: Chancen für eine VG schwinden
Die Chancen auf einen Zusammenschluss der Gemeinden Waischenfeld und Ahorntal zur Verwaltungsgemeinschaft seien mit der Entscheidung eher gesunken als gestiegen. Hofmann sagt: Widerstand gegen einen Verwaltungssitz in Waischenfeld habe es schon zuvor im Gemeinderat gegeben. Jetzt sei ein Umzug ausgeschlossen. "Sonst blutet Ahorntal ja ganz aus und dafür bin ich nicht gewählt", sagt Hofmann.
Und Hofmann (FWG) macht allenvoran die Vertreter der CSU für den Kahlschlag verantwortlich. Mit Wolfgang Degen, Sabine Habla, Michael Hohl, Manfred Vetterl, Harald Rehm und Landrat Hermann Hübner sitzen tatsächlich sechs Abgeordnete der CSU im Verwaltungsrat der Sparkasse. Und Hofmann sagt: "Angeblich will die CSU das flache Land stärken, tatsächlich lässt sie es jetzt ausbluten."
Meyer: "Erkenne des Wohl der Gemeinde nicht"
Patrick Meyer (CSU), der seinem Ärger über den Anzug der Sparkassenfiliale samt Geldautomat bereits im Kurier Platz gemacht und mit einem Austritt aus der Kreistagsfraktion der CSU gedroht hat, sagt: "Ich kann die Entscheidung zum Wohle des Landkreises nicht erkennen." Die Niedrigzinsphase werde eines Tages enden, die Geschäftsstellen würden aber nicht zurück kommen. Meyer sagt: "Gemeinden, die den Landkreis kein Geld kosten und nie Ärger gemacht haben, werden jetzt bestraft."
Bär: "Ich bin maximal enttäuscht"
"Maximal enttäuscht" ist auch der Goldkronacher Bürgermeister Holger Bär. Immerhin bleibt dort nach Schließung der Geschäftsstelle ein Bankautomat erhalten. Aber auch Bär spricht von einem "Kahlschlag ohne Anzeichen", verursacht durch politische Mandatsträger. Auf einen schlag werde das ganze Fichtelgebirge geschwächt An die Adresse der Kreisräte und des Landrats sagt Bär: "Auf der einen Seite entwickeln wir ein seniorenpolitische Gesamtkonzept, und auf der anderen machen wir das leben auf dem Land mit so einer Entscheidung schwerer." Stephan Unglaub, Bürgermeister in Bischofsgrün, reagiert gefasst. Auch dort schließt die Geschäftsstelle aber bleibt ein Geldautomat erhalten. Und Unglaub sagt: "Aus geschäftlicher Sicht ist die Entscheidung nachvollziehbar". Dass ein Automat bleibt, bezeichnet er als befriedigend.
Tauber: "Was wird jetzt aus den Skifahrern?"
Nicht überrascht vom Abzug der Geschäftsstelle samt Geldautomat ist der Mehlmeisler Bürgermeister Franz Tauber. Über eine Schließung sei vorn einigen Jahren schon geredet worden. Jetzt stelle sich aber nicht nur die Frage, wie die alten, nicht mobilen Bürger an Bargeld kommen, sondern auch die Skifahrer von den Klausenliften und die Besucher des Wildparks. Axel Hermann, der Bürgermeister von Warmensteinach, war im Urlaub nicht erreichbar. Genauso nicht der Mistelgauer Bürgermeister Karl Lappe.
Rabenstein: "Einbußen müssen von allen getragen werden"
Der SPD-Landtagsabgeordnete Christoph Rabenstein schreibt in einer Pressemitteilung, es würde vor allem die Orte treffen, die eh schon strukturelle Schwierigkeiten haben. "Erst verschwindet das Lebensmittelgeschäft aus dem Ort, dann die Bank – das ist ein katastrophales Signal", schreibt Rabenstein. "Man muss sich nicht wundern, dass Orte unattraktiv für junge Menschen werden, wenn sie sehen, wie in den Gemeinden langsam überall die Lichter ausgehen.“ Rabenstein fordert die Verantwortlichen der Sparkasse deshalb dazu auf, die Pläne zu überdenken und den Kahlschlag zu stoppen. Rabenstein bezieht sich auf das Sparkassengesetz, in dem es heiße: „Sie haben durch geeignete Einrichtungen den Sparsinn der Bevölkerung zu pflegen und den bargeldlosen Zahlungsverkehr in jeder Weise zu fördern.“ Wenn einige Filialen unwirtschaftlich seien, dürfe das nicht zu Lasten der dortigen Bevölkerung gehen, sondern müsse vom gesamten Sparkassengebiet aufgefangen werden, sagt Rabenstein.
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