Der Steingutkrug sei vergangene Woche völlig überraschend per Post eingetroffen, sagte Sprecher Tobias Ranzinger am Montag. „Am 27. Dezember hat sie den Krug losgeschickt, und wir haben ihn am letzten Donnerstag bekommen - unversehrt und mit einer netten Karte“, sagte Ranzinger.

„Ich habe den Steinkrug aus ihrem Haus im Sommer 1965 mitgenommen, als ich wild, rücksichtslos und unbedacht war“, erläuterte die Frau aus dem US-Bundesstaat Maryland handschriftlich auf der Karte. „Es tut mir leid, dass ich ihn nicht früher zurückgegeben habe.“ Unterschrift: Celeste.

Was Celeste zu der späten Rückgabe brachte, blieb auch für das Hofbräuhaus ein Rätsel. „Ihre Motivation ist unklar, aber uns freut es, dass Leute über so lange Zeit eine Verbindung zu unserem Haus haben“, sagte Ranzinger.

Der Wirt der Traditionsgaststätte, Wolfgang Sperger, sieht die Tat laut Ranzinger gnädig: Celeste habe den Krug gar nicht gestohlen, sondern nur ausgeliehen. Offensichtlich habe sie so einen unvergesslichen Abend erlebt, dass sie heute noch daran denke. Celeste soll nun eine Einladung zum Freibier bekommen. 

Bis etwa 1971 gab es im Hofbräuhaus Steinkrüge. Zu den Olympischen Spielen 1972 sei auf Glaskrüge umgestellt worden - nicht zuletzt, weil die Gäste dann besser sehen, ob das Bier gut eingeschenkt ist.