Kürzlich hatte sie einen Hinweis auf ihrer Internetseite zu den viralen Fruchtstorys veröffentlicht. Dort heißt es: "Was wie ein harmloser Trend wirkt, entpuppt sich oft als moralisch fragwürdig, sexistisch oder rassistisch. Auch Inhalte, die blutige Gewaltszenen gegen Frauen zeigen, finden sich darunter". Die Plattform warnt davor, bei Kindern und Jugendlichen könne eine Normalisierung und Werteverschiebung stattfinden, wenn sie diese unreflektiert als unterhaltsamen Content konsumierten.
Die gehäufte Darstellung von problematischen Verhaltensweisen könne dazu führen, dass sich die Wahrnehmung dessen, was "normal" in einer Beziehung oder im Umgang mit dem anderen Geschlecht sein solle, verschiebe, schreibt sie auf Anfrage. In einem Video ist etwa zu sehen, wie ein Mann in Form einer Banane seine Birnen-Frau mit drastischen Worten dazu auffordert, abzunehmen. Dann betrügt er sie mit einer schlanken Erdbeere.
Forscherin: Wissen nichts über Motive, sich diese Videos anzusehen
Forscherin Heesen betont mit Blick auf die Wirkung solcher Inhalte aber auch: "Auch wenn ein Unterhaltungsformat eine gewisse Anziehung hat, heißt das noch nicht, dass diese Verhaltensweisen übernommen werden. So einfach funktioniert Medienwirkung nicht". Man wisse nichts über die Motive, sich diese Videos anzuschauen. "Den meisten Nutzerinnen und Nutzern wird klar sein, dass die dominanten Bananenmänner und die anschmiegsamen Erdbeerfrauen kein Rollenmodell für ihren Alltag sind."
Dennoch könnten Rollenmodelle natürlich durch fiktionale Inhalte und Unterhaltungsformate geprägt werden, so die Wissenschaftlerin. Das treffe auf Schlagershows, Krimis und eben auch auf KI-Videos zu. "Der Unterschied ist jedoch, dass fiktionale KI-Inhalte in weit höherem Maße extrem und grenzüberschreitend sein können."