Sonne, Mond und Sterne Himmel im Zeichen des Herbstes

Die Milchstraßengalaxie und der Jupiter (r), fotografiert in der Nähe von Gemersky Jablonec in der Südslowakei. Im September schmücken die hellen Riesenplaneten Jupiter und Saturn den abendlichen Sternenhimmel. Mit Einbruch der nun immer früher einsetzenden Dunkelheit sieht man Jupiter als auffällig hellen Lichtpunkt im Südwesten im unscheinbaren Sternbild Schlangenträger. Foto: Peter Komka/MTI/dpa

STUTTGART. Im September schmücken die hellen Riesenplaneten Jupiter und Saturn den abendlichen Sternenhimmel. Mit Einbruch der nun immer früher einsetzenden Dunkelheit sieht man Jupiter als auffällig hellen Lichtpunkt im Südwesten im unscheinbaren Sternbild Schlangenträger.

Deutlicher ist der rote Riesenstern Antares im Skorpion zu erkennen, von dem sich Jupiter langsam in östlicher Richtung entfernt. Jupiter verkürzt seine Sichtbarkeitsdauer am Abend merklich. Geht er Anfang September noch zwanzig Minuten vor Mitternacht unter, so verabschiedet er sich zu Monatsende bereits kurz vor 21 Uhr von der Himmelsbühne.

Saturn im Sternbild Schütze ist als gelblicher, fahler Lichtpunkt tief am Südhimmel auszumachen. Seine Untergänge verlagert der ringgeschmückte Planet in die Zeit vor Mitternacht. Er wird zum Planeten der ersten Nachthälfte. Mars wird am 2. September im Sternbild Löwe von der Sonne eingeholt. Er befindet sich somit am Taghimmel und bleibt nachts unbeobachtbar unter dem Horizont. Auch die inneren Planeten Merkur und Venus entziehen sich im September unseren Blicken.

Neptun im Visier

Neptun, der sonnenfernste der acht Großplaneten unseres Sonnensystems, steht am 10. im Sternbild Wassermann der Sonne genau gegenüber. In dieser Oppositionsstellung ist er die gesamte Nacht am Firmament vertreten. Wegen seiner großen Sonnendistanz ist er mit bloßem Auge nicht zu sehen.

Entdeckt wurde er am 23. September 1846 auf der Berliner Sternwarte, nachdem seine Position aufgrund von Störungen der Uranusbahn vorausberechnet wurde. Zur Opposition erreicht Neptun mit 4328 Millionen Kilometer seine geringste Entfernung von der Erde. Damit ist er 29 Mal weiter von uns entfernt als die Sonne.

Mit einem lichtstarken Fernglas oder einem Teleskop kann man den bläulichen Planeten erspähen. Der Stern Phi Aquarii kann dabei als Anhaltspunkt dienen, denn als Stern 4. Größenklasse ist er bei guten Bedingungen mit bloßen Augen sichtbar. Am 6. September zieht Neptun ganz knapp südlich an Phi Aqu vorbei.

Der Planet ist mit 50.000 Kilometer Durchmesser vier Mal so groß wie die Erde. Ein Neptuntag dauert 17 Stunden. Im August 1989 flog die Raumsonde „Voyager 2“ knapp an Neptun vorbei und sandte Bilder von dem bläulichen Planeten zur Erde, auf denen weiße Zirrenwolken sowie ein großer, dunkler Fleck in der dichten Atmosphäre zu sehen sind.

Geysire aus Stickstoff

Mit 2707 Kilometer Durchmesser ist Triton der größte Mond des Neptun. Triton ist damit etwas mehr als drei Viertel so groß wie unser Mond. Nur sechs Tage benötigt Triton, um einmal Neptun zu umkreisen. Mit minus 238 Grad Celsius Oberflächentemperatur ist er das kälteste Objekt im Planetensystem. Geysire spritzen flüssigen Stickstoff aus seiner extrem kalten Oberfläche, der sofort gefriert und sich als Stickstoffeis niederschlägt.

Der zunehmende Mond zieht am 6. September an Jupiter nördlich vorbei. Am 8. überholt er Saturn. Vollmond wird am 14. September um 6.33 Uhr im Sternbild Wassermann erreicht. Einen Tag vorher befindet sich der Mond mit 406 380 Kilometer in Erdferne. Am 24. passiert der abnehmende Halbmond den Sternhaufen Krippe im Krebs in knapp nördlichem Abstand. Neumond tritt am 28. um 20.26 Uhr ein. Am gleichen Tag kommt der Mond mit 357.800 Kilometer in Erdnähe. Das Zusammenfallen von Neumond und extrem geringer Entfernung führt wieder zu hohen Gezeiten mit Springfluten.

Vom 23. bis 27. September eilt der winzige Planetoid 2006 QV89 in nur sechs Millionen Kilometer an der Erde vorbei - das entspricht der 16-fachen Monddistanz. Sein Durchmesser beträgt schätzungsweise dreißig Meter. Als er im August 2006 entdeckt wurde, kam er der Erde mit 4,5 Millionen Kilometer Minimalabstand noch näher. Die ersten Bahnkalkulationen konnten eine Kollision mit der Erde nicht sicher ausschließen. Diesmal zieht er in sicherer Distanz vorbei. Im September 2023 wird 2006 QV89 abermals der Erde recht nahe kommen. Aber auch bei diesem Vorbeiflug besteht keine Gefahr. In ferner Zukunft ist allerdings ein Zusammenstoß mit der Erde nicht völlig auszuschließen.

Der Große Wagen ist zum Nordwesthorizont hinab gesunken. Da er recht tief am Abendhimmel steht, kann er durch Häuser, Bäume oder Berge verdeckt sein. Bei freier Sicht kann man den Himmelswagen in jeder klaren Nacht sehen, denn er geht in unseren Breiten nie unter. Das Himmels-W, die Königin Kassiopeia, ist im Nordosten emporgestiegen. Das Sommerdreieck mit Wega, Deneb und Atair ist deutlich nach Westen gerückt, wobei der Schwan mit seinem Hauptstern Deneb direkt über unseren Köpfen zu sehen ist.

Das Herbstviereck

Hoch im Osten ist der Pegasus erschienen. Vier Sterne des Pegasus bilden ein großes Quadrat, das man als Herbstviereck bezeichnet. Denn der Pegasus ist das Leitsternbild des Herbstes. Im Nordosten nimmt die Andromeda mit ihrem Retter Perseus ihren Platz ein. Knapp über dem Nordosthorizont blinkt die helle, gelbliche Kapella im Fuhrmann.

Am Morgenhimmel sind noch vor Einsetzen der Dämmerung die Wintersternbilder erschienen, allen voran der Orion. Im Südosten funkelt bläulich Sirius im Großen Hund, der hellste Fixstern am irdischen Firmament. Südöstlich von Sirius sind die nördlichsten Sterne des Sternbildes Puppis, Hinterdeck des Argonautenschiffes, zu erkennen. Der Großteil des Sternbildes ist in unseren Breiten nicht zu sehen.

Die Sonne verlässt am 17. morgens das Sternbild Löwe und wechselt in die Jungfrau. Am 23. überschreitet sie den Himmelsäquator um 9.50 Uhr im südlicher Richtung, die Herbst-Tagundnachtgleiche tritt ein. Damit beginnt das Winterhalbjahr. Der Schnittpunkt der absteigenden Sonnenbahn mit dem Himmelsäquator markiert den Beginn des Tierkreiszeichen Waage.

 

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