Über den Beginn des Marathon-Faschings berichtete der Kurier vor 50 Jahren.
Heute vor 25 Jahren im Kurier: Die Narren sind in Bayreuth an der Macht und die Lohengrin-Therme hat nach CSU-Angaben ein Millionendefizit gemacht.
Über den Beginn des Marathon-Faschings berichtete der Kurier vor 50 Jahren.
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Die Narren haben das Rathaus erstürmt. Gemeinsam mit Aktiven der Ersten Großen Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß und der Faschingsgesellschaft Schwarz-Weiß kamen Prinz Klaus II. und seine Prinzessin Nicole I. ins Rathaus, um sich von Oberbürgermeister Dieter Mronz den Stadtschlüssel geben zu lassen. Die Stadträte erschienen nicht dazu, wie der „Nordbayerische Kurier“ in der Ausgabe vom 8. Januar 2001 berichtete.
Viele Bayreuther waren zu diesem traditionellen Faschingsauftakt gekommen, die Mitglieder des Stadtrats allerdings verzichteten in diesem Jahr geschlossen auf eine Teilnahme. Das hielt den Prinzen nicht davon ab, bei den närrischen Gesetzen, die er traditionsgemäß verkündete, vor allem sie anzusprechen: „Um das volle Ausmaß ihrer Narretei zu erkennen“, so lautete eines dieser Gesetze, „verpflichten sich Stadträte und Bürgermeister, auf Dienstwagen und sonstige Autos zu verzichten und mit dem Stadtbus zu fahren.“
Ein zweites: „In der Zeit zwischen 19.30 und 20.30 Uhr, in der kein Stadtbus fährt, haben sie zu Trainingszwecken einen Fußmarsch von zwei Kilometern zurückzulegen.“ Prinzessin Nicole I. dankte dem Oberbürgermeister für die freiwillige Herausgabe des Stadtschlüssels. „Wir wollen damit die Herzen der Bayreuther aufschließen für Frohsinn und Ausgelassenheit.“ Prinz Klaus II. versicherte, er wolle Faschingsprinz für alle Bayreuther sein. Auch das Bayreuther Kinderprinzenpaar, Mandy und Christoph, zeigte sich dem närrischen Volk und erklärte in einem Gedicht, notfalls auf manche Stunde Schlaf zu verzichten, um als Vorbild närrischer Ausgelassenheit zu dienen.
CSU: Therme macht Millionendefizit titelte der Kurier in derselben Ausgabe. Nach Angaben des CSU-Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat, Thomas Ebersberger, hatte die Lohengrin-Therme im vorangegangenen Jahr ein Defizit von zwei Millionen Mark verursacht. Ein Fehlbetrag in gleicher Höhe würde auch in diesem Jahr auflaufen. Wie Ebersberger weiter erklärte, würden alle Bäder und der Betrieb der Stadtbusse gemeinsam der Bayreuther Verkehrs- und Bäder (BVB) GmbH eine Unterdeckung von etwa zwölf Millionen Mark bescheren. Dass zehn Millionen Mark an Überschüssen aus dem Stromgeschäft 2000 entgegenstünden, sei ein glücklicher Umstand, der sich in den folgenden Jahren nicht wiederholen würde.
Der Landtagsabgeordnete und Stadtrat Walter Nadler (CSU) nannte Aussagen, die vereinbarte Restfinanzierung für das Thermalbad sei eine staatliche Förderung, die die Lohengrin Therme nicht erhalten hätte, „schlicht falsch“. Laut Landrat Klaus-Günter Dietel schrieb das Obernseeser Bad schwarze Zahlen und wurde seit der Eröffnung von mehr als 600.000 Gästen besucht. Beide Bäder könnten nebeneinander bestehen. Im vergangenen November hatte die BVB das erste Geschäftsjahr der Lohengrin-Therme zusammengefasst. Damals hatte es geheißen, der Fehlbetrag sei noch nicht ermittelt worden. Fest hatte allerdings gestanden, dass das Bad bis zu diesem Zeitpunkt 210.000 Besucher gezählt hatte. 250.000 müssten es sein, um eine schwarze Null zu erwirtschaften.
Gestern begann der Marathon-Fasching titelte der Kurier in der Ausgabe vom 8. Januar 1976. Wer nicht von selbst daran gedacht hatte, den erinnerten die veränderten Schaufenster-Dekorationen daran. Die Engel wurden von Hexen abgelöst und der Nikolaus von Cowboys – der Fasching hatte begonnen. Es würde einer der längsten des Jahrhunderts werden.
Am Vortag fing er an, und er würde bis zum 3. März währen – nicht weniger als 56 Tage und Nächte. Die Narren würden zufrieden sein und es war ihnen auch zu gönnen, denn im Vorjahr hatten sie nur 37 Faschingstage gehabt. In Bayreuth sollten 29 Großveranstaltungen stattfinden.