Slavetinsky kommt Ein Haudegen für die Defensive

War zuletzt für die Tigers ein unangenehmer Gegenspieler: Lukas Slavetinsky (links), der nun aus Selb nach Bayreuth kommt. Foto: Peter Kolb

Vom Nachbarrivalen Selber Wölfe kommt der fünfte Neuzugang der Bayreuth Tigers für die kommende Eishockey-Saison in der DEL2. Verteidiger Lukas Slavetinsky bringt außergewöhnlich viel Erfahrung mit.

„Erfahren und meinungsstark“ – so kündigen die Bayreuth Tigers ihren fünften Neuzugang für die kommende DEL2-Spielzeit an. Prägnanter und treffender hätte man Verteidiger Lukas Slavetinsky auch kaum beschreiben können. Sage und schreibe 1238 Spiele und 766 Scorerpunkte in der DEL, DEL2 und der Oberliga sind in der Vita des 40-Jährigen Deutsch-Tschechen verewigt. In der zurückliegenden Saison war er beim Liga-Konkurrenten Selber Wölfe die große Konstante. Slavetinsky bestritt alle 58 Pflichtspiele beim immer wieder stark dezimierten Neuling, kam dabei auf 33 Scorerpunkte und bot gerade in den Playdown-Spielen gegen die Tigers exzellente Leistungen an.

Bayreuths Geschäftsführer Matthias Wendel spricht von einem Vorzeigeathleten, dem man sein Alter nicht anmerke. Im Gegenteil: Dem Ruf nach mehr Physis werden die Tigers laut Wendel gerade durch die Verpflichtung des hart und kompromisslos verteidigenden Slavetinsky gerecht. Dass der Routinier eine gewisse Schonungslosigkeit auch außerhalb des Ovals an den Tag legt, schreckt die Tigers nicht. Im Gegenteil: „Wir brauchen Spieler mit Erfahrung und klarer Meinung“, sagt der Tigers-Geschäftsführer, der aber offen lässt, ob er sich für die öffentliche, schlagzeilenträchtige Kritik des diplomierten Sportökonomen am Selber Vorstand im Januar dieses Jahres begeistern konnte. In einem Radio-Interview prangerte „Slava“ damals die Kaderplanung der Wölfe an. „Wir Spieler sehen gerade keinen wirklichen Masterplan“, sagte Slavetinsky damals unter anderem und wurde dafür von der VER-Führungsriege um den Vorsitzenden Jürgen Golly – ebenso öffentlich – in den Senkel gestellt.

Dass sich die Wogen dann aber wieder glätteten, lag auch an den starken Leistungen Slavetinskys. Der Routinier wurde gebraucht. Und er lieferte, wie er es immer getan hatte während seiner 23-jährigen Profi-Laufbahn. Die begann für den 182 cm großen Verteidiger in der Saison 1989/90 in Kaufbeuren. Sein Weg führte ihn über Erding, Dresden, Bad Tölz, Ravensburg und Freiburg in die DEL zu den Hamburg Freezers. Mit dem ERC Ingolstadt wurde nochmals ein Verein aus der höchsten deutschen Spielklasse auf ihn aufmerksam. Somit kommt Slavetinsky auf 88 Partien im Oberhaus. Den größten Teil seiner Karriere lief er jedoch in der zweiten Liga auf. Beeindruckende 849 Mal schnürte er hier in Pflichtspielen seine Schlittschuhe. Genau zehn Spielzeiten verbrachte er in Ravensburg, wo sein Trikot unter dem Hallendach hängt.

Erstes Ziel: Gute Stimmung im Team

In einem Interview auf der Tigers-Homepage versichert der 40-jährige Haudegen, trotz eines enorm harten Jahres in Selb keinerlei Eishockey-Müdigkeit zu verspüren. Letztlich überzeugt von Bayreuth hätten ihn die positiven Informationen, die er von seinem Weggefährten Frederik Cabana bekommen habe. Gefragt nach seinen Erwartungen in Bayreuth, sagt Slavetinsky: „Als Erstes hoffe ich, dass wir intern als Team schnell zusammenwachsen. Eine gute Kabine ist das A und O. Das zeigt sich meiner Meinung nach auch auf dem Eis. Das muss am Anfang der Saison erst mal das Hauptziel sein, dass die Stimmung gut ist.“ wum

INFO: Der Kader der Tigers umfasst aktuell: Schmidt (Tor), Gabriel, Pokovic, Slavetinsky (Abwehr), Kretschmann, Schumacher, Blomqvist, Järveläinen, Bindels, Cornet, Mieszkowski (Sturm).

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