Ski alpin Oberfranke Jacob Schramm stürzt schwer

Lieber auf Nummer sicher sind die Retter in Saalbach-Hinterglemm gegangen, als sie Jacob Schramm von der Strecke per Hubschrauber geborgen haben. Anschließend ging es für ihn nach München. Foto: picture alliance/dpa/AP/Giovanni Auletta

Das Weltcup-Debüt des Skirennfahrers aus dem Landkreis Kulmbach endet tragisch mit einem spektakulären Sturz. Er muss mit dem ­Helikopter gerettet werden.

Saalbach-Hinterglemm/Grafengehaig - Auf diese Bilder hätten die oberfränkischen Fans und auch die Familie von Jacob Schramm gern verzichten können. Im zweiten Training vor den Weltcup-Rennen am Wochenende im österreichischen Saalbach-Hinterglemm stürzte der aus dem Grafengehaiger Ortsteil Eppenreuth stammende Skirennfahrer am Donnerstag schwer – und musste mit dem Helikopter geborgen werden.

Die Sorgen über das Wohl des 22-Jährigen breiteten sich angesichts der dramatischen Bilder aus Österreich schnell aus. Doch Schramm gab im Gespräch mit unserer Zeitung noch am Donnerstagnachmittag eine erste Entwarnung: Es sei blöd gelaufen, sagte er nach dem ersten Schock. Eine genaue Diagnose stand aber noch aus. „Ich muss mich jetzt noch checken“, sagte er, als er sich bereits auf dem Weg ins Klinikum nach München befunden hatte.

Schmerzhafter Aufprall

Beim Sturz selbst sei vor allem den Aufprall ins Sicherungsnetz schmerzhaft gewesen, berichtet er. „Ich bin etwas direkt in eine Kompression gefahren und habe dem Druck nicht ausgehalten. Dann bin ich über den Außenski gestürzt.“ Er beim Einschlag ins Netz habe er sich wehgetan. Die Untersuchung in München wird zeigen, wie lange er nun pausieren muss. „Leider gehört das dazu“, sagt er zum Sturz und den Folgen. Verletzungen sind im alpinen Skisport bekanntlich keine Seltenheit, wie auch Schramm Ende des vergangenen Jahres schmerzlich erleben musste. Bei einem Sturz brach er sich den Daumen und musste daraufhin operiert werden. Die Folge: Ein längere Ausfall und weniger Training im Vorbereitung auf die Saison im Europacup.

Seine Form holte sich Schramm aber schnell wieder zurück – und fuhr erstmals in seiner Karriere in die Punkteränge im Europacup. Die Belohnung sollte nun die Nominierung für die Weltcup-Rennen in Saalbach-Hinterglemm sein. Schramm rückte für den Ski-Star Thomas Dreßen ins deutsche Team. Im ersten Training am Mittwoch war Schramm mit viereinhalb Sekunden Rückstand auf den Schnellsten, den Österreicher Matthias Mayer, ins Ziel gekommen. Am Freitag wollte er sich seinen Kindheitstraum erfüllen und im Abfahrtsrennen im Weltcup starten. Darauf muss er nun wohl noch ein Stück warten. Dann, wenn er sich vom Sturz erholt hat.