Im Kulmbacher Klinikum ist am Dienstag ein weiterer Mensch im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion gestorben. Das gab Landrat Klaus Peter Söllner bei der jüngsten Pressekonferenz in Sachen Corona am Donnerstag bekannt. Bei dem Opfer handelt es sich laut Angaben des Leiters der Koordinierungsgruppe Corona am Landratsamt, Oliver Hempfling, um einen 93-Jährigen aus dem Landkreis Lichtenfels. Der Mann sei mit einer schweren Erkrankung ins Klinikum eingeliefert worden. Der Routinetest, der bei jeder Patienten-Aufnahme gemacht wird, habe dann noch zusätzlich eine Covid-19-Infektion ergeben. Man müsse damit mindestens davon ausgehen, dass der hochbetagte Mann aus dem Nachbarkreis "mit Corona" gestorben ist. Landrat Klaus Peter Söllner mahnte, dass die Zahl der Krankenhauspatienten im ganzen Freistaat derzeit deutlich zunehmen. Es werde auch noch mehr Intensivpatienten geben. Darauf müsse man sich jetzt einstellen.

Es gibt aber auch gute Nachrichten, was den gegenwärtigen Stand der Pandemie im Landkreis Kulmbach angeht. Die 7-Tage-Inzidenz, die am Mittwoch noch knapp unter 50 gelegen war, ist aufgrund sieben neuer Fälle am Donnerstag zwar wieder leicht angestiegen. Sie liegt, Stand Donnerstag, 14 Uhr, bei 57,29. 41 positive Fälle wurden in den vergangenen sieben Tagen im Landkreis Kulmbach entdeckt. Trotzdem zählt der Wert, der die Neuerkrankungen innerhalb der vergangenen sieben Tage auf 100.000 Einwohner angibt, zu den niedrigsten in ganz Bayern. Am Mittwoch konnte der Landkreis Kulmbach sogar den niedrigsten von allen 96 Gebietskörperschaften im Freistaat vermelden.

Das dürfe nun aber nicht als Freibrief verstanden werden, mahnte Landrat Klaus Peter Söllner. Wie praktisch in allen Städten und Landkreisen in Oberfranken zeichne sich auch in der Kulmbacher Region derzeit eine leichte Entspannung ab. Das könne man sehr wohl als vorsichtigen Lichtblick betrachten. Die Zahlen seien allerdings nur eine Momentaufnahme, betonte Söllner. "Das kann morgen schon wieder ganz anders aussehen", sagte der Landrat und erinnerte daran, dass Kulmbach noch vor Kurzem fast auf einen Inzidenzwert von 200 gekommen war.

Dass die erschreckenden Werte nun so schnell wieder gesunken sind, liegt laut Söllner an der konsequenten Kontaktverfolgung, die das Gesundheitsamt weiterhin betreibt. Mehr als 7000 Abstriche sind zwischen dem 15. September und dem 10. November im Landkreis gemacht worden. Das inzwischen deutlich verstärkte Team im Gesundheitsamt arbeite seit Wochen sieben Tage in der Woche. Die Belastung sei immens. Das sogenannte "Contact-Tracing" sei immens wichtig. "Sonst könnte man nicht innerhalb einer Woche so deutliche niedrigere Zahlen erreichen." Insgesamt zeige die Entwicklung, dass die Marschrichtung die richtige ist. Als Kontaktperson in Quarantäne zu müssen, sei alles andere als schön. Das habe er gerade am eigenen Leib erleben müssen. "Trotzdem ist das der beste Weg, die Pandemie im Griff zu halten."

An die Bevölkerung richtete der Landrat den Aufruf, sich weiterhin an die Regeln zu halten, Masken zu tragen und Kontakte auf ein Minimum zu beschränken. "Nur wenn die Bevölkerung die Regeln akzeptiert, funktioniert das."

Von den aktiv Infizierten fallen 41 Fälle in die letzten sieben Tage. Der aktuelle 7-Tage-Inzidenz-Wert pro 100 000 Einwohner für den Landkreis Kulmbach beträgt demnach 57,29. Einschließlich der aktuell infizierten Personen befinden sich derzeit 421 Landkreisbürger/-innen in Quarantäne.

Sieben weitere positive Coronavirus-Fälle wurden am Donnerstag bis zum Nachmittag im Landkreis Kulmbach bestätigt, informierte die Leiterin des Gesundheitsamts, Dr. Camelia Fiedler. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Covid-19-Infektionen betrug damit am Donnerstag 630. Von diesen Fällen gelten inzwischen 540 (sechs mehr als am Vortag) wieder als genesen. Unter Berücksichtigung der 11 Verstorbenen liegt die Anzahl der aktuell im Landkreis infizierten Personen bei 79. Der jetzt am Klinik gestorbene Mann wird jedoch nicht in der Statistik in Kulmbach, sondern an seinem Wohnort in Lichtenfels gezählt. Von den derzeit sieben Patienten, die im Klinikum Kulmbach stationär betreut werden, haben drei ihren Wohnsitz außerhalb des Landkreises Kulmbach, informiert das Gesundheitsamt.