Singen und graben Naturgarten: Zum Start Obstbäume gepflanzt

Groß war die Freude über den Start des Projektes Naturgarten am Freitagvormittag bei den Schülerinnen und Schüler der Patenschule, der Grundschule St. Johannis. ⋌Fotos: Andreas Harbach

BAYREUTH: Es summte schon beträchtlich am Freitagvormittag im Eingangsbereich der Wilhelminenaue, auch ohne Blumen und Blüten: Doch kein Bienenschwarm schwirrte um die vielen Besucher, sondern Mädchen und Jungen der Grundschule St.Johannis, die als Bienchen verkleidet waren, stimmten mit ihren lustigen Liedern darauf ein, was sich dort bald tummeln soll: Viele, viele Insekten. Dort, wo die Grundschüler unter der Leitung ihrer Lehrerin Susanne Heink sangen und tanzten, soll bis Ende des Jahres ein einzigartiges Projekt entstehen: Der Naturgarten. Gestern wurden die ersten Obstbäume gepflanzt.

Was liegt näher, als ein "ganz besonderes Projekt", wie es Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe bezeichnete, mit Grabarbeiten zu beginnen. Also nicht mit dem obligatorischen Spatenstich, sondern mit dem Pflanzen der ersten Bäume. Wozu man natürlich auch Spaten verwenden muss. 13 Apfel- und ein Kirschbaum buddelten die Baumpaten, kräftig unterstützt von den 170 Schülerinnen und Schülern der Grundschule St. Johannis und Mitgliedern des Vereins Summer in der City, in die Erde des abschüssigen Geländes ein.

Doch bevor die einen zu den Gartenwerkzeugen griffen und die Kinder mit einer Gießkannenrallye für das notwendige Wasser sorgten, standen natürlich Festreden auf dem Programm. Reden, die von Worten durchdrungen waren wie einzigartig und vorbildlich. Innerhalb eines Jahres sei es dem Verein Summer in der City mit seinem großen ehrenamtlichen Engagement gelungen, aus ihrem Konzept Wirklichkeit werden zu lassen, sagte Merk-Erbe. Viel Zeit und Herzblut hätten die Mitglieder in dieses ganz besondere Projekt investiert, das viel mehr darstelle als nur eine gute Idee. Nämlich: eine immense Leistung für die Natur und den Klimaschutz. Überhaupt handle es sich bei dem Projekt Naturgarten um eine "hervorragende Ergänzung der Wilhelminenaue für den Insektenschutz".

Merk-Erbe, der qua Amtes das Recht der ersten Baumpflanzung zustand, hatte sich für eine Eberesche, auch als Vogelbeere bekannt, entschieden. Ein Baum, der für Insekten, Vögel und Säugetiere eine wertvolle Futterpflanze darstellt und dem der Ruf anhaftet, eine Visionärin zu sein.

Als ein Projekt mit Vorbildcharakter bezeichnete Hanspeter Bittner, der Präsident des Rotary-Clubs Bayreuth-Eremitage, den Naturgarten. Nicht nur für die Stadt Bayreuth, sondern auch für andere Städte. Dass Bittner zu den Rednern zählte, hat einen einfachen, einen finanziellen Grund: Der Rotary-Club ist der Hauptsponsor des Vereins Summer in der City, der mit einer Crowfunding-Aktion den finanziellen Grundstock schaffte, den die Rotarier um 10.000 Euro erhöhten.

Freude herrschte natürlich auch bei der Patenschule St. Johannis. Für deren Lehrer und die Schüler ist die Teilnahme am Naturgarten die willkommene Fortsetzung ihres Grünen Klassenzimmers. Mehrmals im Schuljahr werden die Schüler die Gelegenheit haben, im Naturgarten mitarbeiten zu können und so Natur und Klimaschutz hautnah erleben zu können. Dass sie das ernst nehmen, beweisen sie mit ihrem Motto, so die stellvertretende Schulleiterin Helga Szymanski-Geier: "Wir reden nicht, wir packen an."

Und finden mit ihrem Engagement bei den Mitgliedern des Vereins Summer in der City enge, gleichwertige Verbündete. Denn auch sie packen an, sagte Projektleiter Thomas Pickel, weil ihm und seinem Team die Natur sehr wichtig sei. Seinen Zuhörern gab er auch gleich einen Tipp mit auf den Weg, wie sie mehr Natur in ihren Gärten schaffen können: "Stechen sie nicht den Löwenzahn aus ihrem Rasen. Stechen sie lieber den Rasen aus."

 

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