Silvester: In Oberfranken sind 100 Polizisten mehr im Dienst als sonst - Kracher werden gekauft wie eh und je Mehr Polizei, mehr Raketen-Batterien

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Die Bayreuther lassen sich das Feiern nicht nehmen. Um das neue Jahr zu begrüßen, schleppen sie große Mengen Raketen und Böller nach Hause. Mindestens so stark wie im Vorjahr sei die Nachfrage nach Feuerwerkskörpern heißt es. Vorbereitungen anderer Art trifft die Polizei: Auch in Bayreuth werden deutlich mehr Polizisten unterwegs sein als in den Vorjahren. Nicht aus bestimmten Grund. Sondern um zu zeigen: "Wir sind da", sagt Präsidiums-Sprecher Jürgen Stadter.

Je größer, desto länger kracht's: Jens Kronefeld vom Hagebaumarkt mit einem der Trends des Feuerwerks diesen Jahres - Feuerwerks-Batterien statt einzelner Raketen. Foto: Andreas Harbach Foto: red

Der typische Böller-Käufer ist männlich. Und er greift tief in die Tasche für das Böller-Vergnügen. Vorwiegend für Böller-Batterien. Das sagt etwa Jens Kronefeld, der beim Hagebaumarkt in Bayreuth für das Feuerwerk zuständig ist. "Raketen haben schon auch noch ihre Daseinsberechtigung. Aber die Leute wollen vom Feuerwerk etwas haben. Die wollen ein Mal anzünden und dann zuschauen. Deshalb kaufen sie Batterien. Das ist der Trend wie schon in den vergangenen Jahren."

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Kinderböller werden kaum nachgefragt

Die günstigsten Batterien gibt es für etwa vier Euro, die teuersten für knapp 140. "Die gängigsten sind die für 24 Euro", sagt Kronefeld. "Aber viele kaufen auch deutlich teurer ein. Da, schon wieder einer, der die für 99,90 Euro nimmt", sagt er während des Gesprächs mit unserer Zeitung. Fünf Mitarbeiter seien wegen der strengen Sicherheitsvorkehrungen für den Verkauf von Feuerwerksartikeln ständig in Bewegung, um Kracher aller Art aus dem Lager in den Markt zu holen. "Wir werden da auch streng kontrolliert", sagt Kronefeld. Was kaum mehr nachgefragt wird: "Wir haben nur noch einen Artikel, der für unter Zwölfjährige verkauft wird." Beim Kauf von Feuerwerkskörpern würden aber viele Männer selbst wieder zu Jungs mit leuchtenden Augen, wenn sie ans Krachen in der Neujahrsnacht denken.

Illegal ist lebensgefährlich

Dass viele deshalb ihre eigene Sicherheit aufs Spiel setzen, weil sie illegales Feuerwerk kaufen, weiß Jürgen Stadter, der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken. Viele fahren nach wie vor nach Tschechien und decken sich dort mit Böllern ein, die eine Gefahr für Leib und Leben sein können. "Erst gestern haben Kollegen bei einer unserer verstärkten Kontrollen 30 Kilo illegale Böller beschlagnahmt. Das waren 1200 Einzelstücke." Stadter warnt: "Man sollte von solchen Böllern die Finger lassen. Man weiß nicht, was drin ist, man weiß nicht, wann sie losgehen, das Zeug ist unkontrollierbar. Wer böllern will, der sollte auf die legal angebotenen Kracher zurückgreifen." Die haben eine BAM-Identifikationsnummer und eine CE-Kennzeichnung und sind seit dem 29. Dezember im Handel. Gezündet werden dürfen sie ausschließlich am 31. Dezember und am 1. Januar.

100 Beamte mehr im Einsatz

Doch es geht nicht nur um die Sicherheit mit dem Feuerwerk, sondern auch um das allgemeine Sicherheitsempfinden: Deshalb werden, wie Stadter am Donnerstag sagt, "100 Beamte mehr in Oberfranken unterwegs sein als in den Jahren zuvor. Das hat nichts damit zu tun, dass wir Probleme erwarten würden oder in den vergangenen Jahren gehabt hätten, sondern dass wir der Bevölkerung den Eindruck vermitteln möchten: wir sind da." Es habe, sagt Joachim Oppold, der Pressesprecher der Stadt Bayreuth, "Abstimmungen mit der Polizei gegeben. Außer mehr Präsenz gibt es aber keinen veränderten Handlungsbedarf in der Stadt". Man erwarte "nichts anderes als in den vergangenen Jahren auch", sagt Stadter. "Es wird sicher den einen oder anderen Einsatz geben. Für uns, für den Rettungsdienst", das sei an Silvester unvermeidlich. Auch in Oberfranken, wo es an Silvester vergleichsweise ruhig zugeht. Aber: "Wir sind gut aufgestellt, um auch Kräfte jederzeit verschieben zu können", sagt Stadter.

Nicht in der Nähe von Schlössern böllern

Ein klares Nein zum Böllern in der Nähe historischer Bausubstanz kommt aus der Schlösserverwaltung: Wegen Brandgefahr dürfen rund um die Schlösser und Baudenkmäler auch in Bayreuth keine Raketen abgeschossen und Feuerwerke gezündet werden. "Wir hoffen, dass sich die Bevölkerung daran hält", heißt es auf Nachfrage aus der Schloss- und Gartenverwaltung Bayreuth und Eremitage. Da Sicherheit oberstes Gebot sei, werden die Diensthabenden nach dem Feuerwerk in den Bayreuther Schlössern auch einen Rundgang machen.