Sieg auf Lanzarote In WM-Form beim Hawaii-Ersatz

„Heimsieg“ für Anne Haug: Die Verhältnisse auf Lanzarote waren der Bayreutherin bestens vertraut, denn sie absolviert dort mit Vorliebe ihre Trainingslager. Foto: Club La Santa I Ironman

Schade für Anne Haug, dass die ursprünglich für 8./9. Oktober angesetzte Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii wegen der Pandemie einmal mehr verschoben werden musste. Die nötige Form für die dortige Titelverteidigung hätte die Bayreutherin nämlich offenbar gehabt, denn beim Mitteldistanz-Wettkampf auf Lanzarote zeigte sie sich der Konkurrenz klar überlegen.

Triathlon - In weltmeisterlicher Form präsentierte sich Anne Haug an dem Tag, an dem sie eigentlich auf Hawaii ihren Titel als Langdistanz-Weltmeisterin verteidigen wollte. Nachdem dieser Wettbewerb zum wiederholten Male verschoben worden war und nun erst im Mai in Utah stattfinden soll, dominierte sie statt dessen die Konkurrenz beim 70.3-Ironman über die Mitteldistanz auf Lanzarote. Die 1,8 Kilometer Schwimmen, 92 km auf dem Rad und den Halbmarathonlauf über 21,1 km absolvierte die Bayreutherin in 4:30:31 Stunden und siegte damit bei den Frauen mit einem Vorsprung von über achteinhalb Minuten. „Ich bin sehr glücklich, auf fast heimatlicher Erde gewonnen zu haben“, äußerte Haug auf ihrer Facebook-Seite. Regelmäßig absolviert sie Trainingslager auf der Kanarischen Insel.

Die Bayreutherin stieg als Dritte aus dem Wasser, gleichauf mit der Kaidi Kivioja aus Estland, die am Ende den vierten Platz belegte, und 1:39 Minuten nach der später drittplatzierten Britin India Lee. Auf dem Rad übernahm sie nach 50 Kilometern die Führung und setzte sich stetig von diesen beiden Rivalinnen ab. Nur die auf dem Rad stets starke Britin Nikki Bartlett hielt den Anschluss. Dieses Spitzenduo erzielte die beiden besten Radzeiten unter allen Frauen und ging schließlich gemeinsam auf die abschließende Laufstrecke.

In ihrer Paradedisziplin ließ Anne Haug aber wieder einmal keine Zweifel an ihrem Sieg aufkommen. Schon nach fünf Kilometern hatte sie Bartlett um mehr als eineinhalb Minuten distanziert, und diesen Vorsprung baute sie stetig aus. Im Ziel waren ihre 1:20:48 Stunden für den Halbmarathon nicht nur die deutlich beste Laufzeit aller Frauen – sie wurde sogar nur von zwei männlichen Profis unterboten.

Frauen: 1. Anne Haug (Bayreuth) 4:30:31 Std. (Schwimmen: 28:40 Min. / Rad: 2:35:20 Std. / Laufen: 1:20:48); 2. Nikki Bartlett (Großbritannien) +8:33 MIn.; 3. India Lee (Großbritannien) +11:04; 4. Kaidi Kivioja (Estland) +14:05; 5. Lydia Dant (Großbritannien) +19:13.

Männer: 1. Daniel Baekkegard (Dänemark) 4:03:30 Std.; 2. Mika Noodt (Darmstadt) +54 Sek.; 3. Thor Bendix Mandsen (Dänemark) +4:43 Min.; 4. Jan Stratmann (Witten) +6:28; 5. Kristoffer Visti Graae (Dänemark) +12:02. red

 

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