Siebter Neuzugang Wieder ein Litauer im Medi-Aufgebot

Nicht viel Freude hatte Ignas Sargiunas (rechts) während seiner College-Zeit in Georgia, weil ihm die Spielweise nicht lag. Nach der Rückkehr in sein Heimatland konnte er dann aber schon Erfahrung in einer verantwortungsvollen Rolle sammeln. Foto: Imago Images//Ken Inness

Aus Litauen kommt der siebte Neuzugang im Kader von Medi Bayreuth für die kommende Saison in der Basketball-Bundesliga: Ignas Sargiunas ist erst 22 Jahre als und hat seinen ersten Profivertrag im Ausland unterzeichnet.

Über die Erfahrungen mit Spielern aus Litauen wird man bei Medi Bayreuth kaum klagen können. So klingt es nah einer guten Nachricht, dass auch in der kommenden Saison der Basketball-Bundesliga wieder ein Spieler aus der baltischen Hochburg zum Aufgebot gehören wird. Nachfolger von Flügelspieler Osvaldas Olisevicius und zuletzt Center Martynas Sajus wird nun der 194 cm große Shooting Guard Ignas Sargiunas, der in Bayreuth einen Einjahresvertrag unterzeichnet hat.

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Für den 22-Jährigen ist es das erste Engagement als Profi außerhalb seines Heimatlandes. Erstmals hatte er Litauen als 18-Jähriger verlassen, um eine College-Laufbahn in den USA in Angriff zu nehmen. Seine Referenzen dafür konnten sich sehen lassen, denn er hatte mit Litauens Jugend-Nationalmannschaften vier Medaillen bei großen Turnieren gewonnen: 2015 Silber bei der U16-Europameisterschaft in seiner Heimatstadt Kaunas, wobei das Finale gegen Bosnien-Herzegowina nur hauchdünn mit 83:85 verloren ging, 2016 Bronze bei der U17-Weltmeisterschaft und Silber bei der U18-EM sowie 2017 EM-Bronze mit dem U18-Team. Allerdings hatte er in Übersee wenig Glück. Als Neuling an der Universität von Georgia kam er mit der Spielweise nicht gut zurecht und musste sich in 20 Spielen mit einer durchschnittlichen Einsatzzeit von unter sechs Minuten zufrieden geben.

Für einen Wechsel an die Colorado State University nahm Sargiunas daher sogar die obligatorische einjährige Sperre in Kauf, aber noch vor deren Ablauf entschied er sich zur Rückkehr in die Heimat. Dort spielte er in der Saison 2020/21 für BC Prienai, nur knapp 30 Kilometer südlich von Kaunas. Unter namhaften Teamkollegen wie dem in der vergangenen Saison für Chemnitz in der BBL spielenden Mindaugas Susinskas und Ainaras Tubutis (zuletzt niederländischer Meister mit ZZ Leiden, künftig Skyliners Frankfurt) stand er in 22 Spielen im Schnitt 23 Minuten lang auf dem Feld und trug 9,1 Punkte sowie 2,6 Rebounds und 2,1 Assists bei.

Als vor einem Jahr nicht nur die genannten Spieler den Klub verließen, rückte Sargiunas noch vor seinem 22. Geburtstag in eine verantwortungsvollere Rolle im Team. Er erhöhte seine statistischen Werte in der vergangenen Saison auch entsprechend auf 27:30 Minuten Spielzeit, 12,4 Punkte, 2,5 Rebounds und 3,0 Assists pro Spiel, doch er konnte nicht verhindern, das BC Prienai die Saison als Schlusslicht unter den elf litauischen Erstligisten abschloss. In 30 Spielen gelangen nur drei Siege.

Lars Masell schätzt am siebten Neuzugang in seinem Kader vor allem die Vielseitigkeit: „Von Small Forward bis Point Guard kann er alle Positionen spielen. Das musste er in seinem letzten Team auch immer wieder unter Beweis stellen“, wird der Medi-Trainer in der Mitteilung des Klubs zitiert. „Für uns ist er so ein bisschen eine Allzweckwaffe, denn er kann auf dem Feld für sich und seine Mitspieler kreieren. Wie schon alle anderen, bringt auch Ignas ein hohes Energielevel mit nach Bayreuth.”

Sargiunas seinerseits freut sich auf seine erste Profisaison im Ausland: „Ich habe viel Gutes über den Verein gehört und kann es kaum erwarten, die Mannschaft und die Menschen in Bayreuth kennenzulernen. Die BBL ist bekannt für sehr gutes Niveau. Daher wird es Spaß machen, es selbst zu erleben.“

Janari Joesaar nach Polen

Ein letztjähriger Bayreuther Leistungsträger spielt künftig in Polen: Janari Joesaar wechselt zu Anwil Wloclawek, dem Landesmeister von 2018 und 2019, der in der zurückliegenden Spielzeit als Tabellenzweiter im Playoff-Halbfinale gescheitert ist und international im Fiba-Europe-Cup (FEC) ins Rennen geht. Der Este kam in Bayreuth verletzungsbedingt nur auf 22 Spiele in der BBL (10,4 Punkte / 6,3 Rebounds) und sieben im FEC (8,7 / 5,1), in denen er aber beständig überzeugende Leistungen bot.

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