Showdown Tigers unterliegen in Spiel sechs in Selb mit 1:4

Die aus Bayreuther Sicht bislang so deprimierende DEL2-Saison hat am Sonntagabend ihren vorläufigen Tiefpunkt erreicht. Wie schon die vorangegangene 0:3-Heimniederlage gegen die Selber Wölfe hatte erahnen lassen, zogen die Bayreuth Tigers auch im sechsten Vergleich den Kürzeren. Während die Wölfe dank ihres 4:1 (3:1, 0:0, 1:0)-Siegs diese erste Playdown-Serie mit 4:2 für sich entschieden und damit den Klassenerhalt feiern dürfen, geht es für die Tigers nun ab Freitag ins alles entscheidende Duell mit den Tölzer Löwen.

Wenn dieses vorerst letzte Duell gegen den Erzrivalen aus Selb einen positiven Aspekt aus Bayreuther Sicht zum Vorschein brachte, dann den, dass die Truppe von Trainer Robin Farkas den Vergleich mit den Isarwinklern nicht zu fürchten braucht. Denn die personell arg gebeutelten Tigers stemmten sich mit intakter Moral und großer Leidenschaft gegen die drohende Niederlage. So ganz anders, als das die Tölzer Löwen am Freitag zuvor in ihrem entscheidenden Spiel gegen die Lausitzer Füchse getan hatten. Nachdem die Mannschaft von Trainer Kevin Gaudet beim 1:10 gegen Weißwasser einen über weite Strecken desolaten Eindruck hinterlassen hatte, musste sie sich von vielen ihrer Fans Arbeitsverweigerung vorwerfen lassen.

Die Bayreuther waren über einen ähnlichen Vorwurf erhaben, sie stemmten sich bis zum Schluss gegen die Niederlage, die erst durch Nick Miglios Empty-Net-Tor in der 58. Minute besiegelt war. Und so hatte auch Robin Farkas an der Einstellung seiner Mannschaft nichts auszusetzen. Der Kanadier sprach von einem engen, von einem gutklassigen Spiel, das seine Mannschaft deshalb verloren hatte, „weil wir zu viele Fehler gemacht haben“. Was er meinte: die drei Gegentore im ersten Drittel. Nachdem Miglio (5.), Lars Reuß (15.) und Daniel Leavens (17.) den von über 2600 Fans in der Netzsch-Arena befeuerten Selber Raketenstart auch auf der Anzeigetafel hatten sichtbar werden lassen, schlugen die Bayreuther durch Tobias Meiers Treffer zum 1:3 zurück (17.).

Bayreuther Sturmlauf im zweiten Drittel

Dank dieses schön herausgespielten Tores, aber auch vor dem Hintergrund mehrerer passabler Offensivaktionen in diesem Abschnitt musste man die Ankündigung von Tigers-Stürmer Dani Bindels in der ersten Drittelpause durchaus ernst nehmen. Seinen Satz, „wir geben uns hier noch lange nicht geschlagen“, untermauerten die Bayreuther mit einem Sturmlauf im zweiten Drittel, angeführt von ihren omnipräsenten Topscorern Cason Hohmann und Ville Järveläinen. Doch nicht nur in diesem Abschnitt, auch im Schlussdrittel, in dem die Tigers nicht mehr ganz so zwingend waren, erwies sich Wölfe-Torhüter Michael Bitzer als unüberwindbares Hindernis.

Letztlich hatte der 28-jährige Deutsch-Amerikaner den Löwenanteil daran, dass die Bayreuther aus ihrer vielleicht besten Leistung in dieser Playdown-Serie kein Kapital schlugen.

Die Selber Fans ein Erfolgsfaktor

Herbert Hohenberger sah neben dem starken Charakter seines Teams, das sich in dieser Serie von Spiel zu Spiel gesteigert habe („Nach dem ersten Drittel in Bayreuth musste ich noch Windeln wechseln“), noch einen weiteren Erfolgsfaktor: die Zuschauer. Nach Ansicht des Selber Coaches hatten die Anhänger der Hochfranken vor allem großen Anteil daran, dass sich seine Mannschaft das Momentum mit dem ersten Auswärtssieg dieser Serie geholt hatte. „Unsere Zuschauer waren auswärts wesentlich lauter als die Heimfans“, stellte der Österreicher treffend fest. „Das war fantastisch.“

Erwartungsgemäß hatten die wenigen mitgereisten Bayreuther Anhänger der Kulisse in der aufgeladenen Netzsch-Arena wenig entgegenzusetzen. Ihre Mannschaft indes ging mit fliegenden Fahnen unter. Und so paradox es klingt: Diese Niederlage dürfte durchaus als Mutmacher für das erste Playdown-Spiel am Freitag um 20 Uhr dienen. Zumal die Tölzer nicht einmal annähernd auf eine ähnliche Fan-Unterstützung wie die Selber werden bauen können.

Selber Wölfe: Bitzer – Walters, Deeg; Silbermann, Ondruschka; Slavetinsky, Böhringer; Gimmel – Gelke, Vantuch, Schwamberger; Reuß, Hammerbauer, Hechtl; Leavens, Thompson, Miglio; Glemser, Naumann.

Bayreuth Tigers: Herden – Davis Kolozvary; Pruden, Schug; Menner, Gabriel – Järveläinen, Hohmann, Hudecek; Kunz, Bindels, Ratmann; Schumacher, Meier, Zimmermann.

SR: Brill, Sicorschi; Zuschauer: 2609; Strafminuten: Selb 6, Bayreuth 0.

Tore: 1:0 (5.) Miglio (Thompson, Slavetinsky), 2:0 (15.) Reuß (Ondruschka, Silbermann), 3:0 (17.) Leavens (Thompson, Ondruschka), 3:1 (17.) Meier (Bindels, Davis), 4:1 (58.) Miglio (Leavens – leeres Tor).

Autor

 

Bilder