Serie: „Sagenhafte Plätzchen aus dem Fichtelgebirge“ Was der „Zuckerfee“ im Advent wichtig ist

Brigitte Gschenwendtner
Profis in der Backstube: „Zuckerfee“ Heike Simonides mit ihrem Sohn, dem vier Jahre alten „Zucker-Zauberer“ Ludwig. Foto: /pr

Wie eine Mehlallergie ihr Leben­ verändert hat, verrät­ in der Plätzchen-Serie nach dem Landrat eine weitere Bäckerin: Die tollen Torten der Thiersheimerin Heike Simonides sind heute Kult.

Thiersheim - Die Vorweihnachtszeit ist für Heike Simonides mit äußerst unterschiedlichen Erinnerungen verbunden: Während sie den Advent als kleines Mädchen besonders schön fand, erlebte sie diese Wochen vor dem Fest wenige Jahre später­ als besonders stressig: Denn die Thiersheimerin machte im „Bairischen Hof“ in Marktredwitz eine Lehre als Konditorin und blieb der Backstube auch nach ihrer Ausbildung treu. Bis sie eine Mehlallergie bekam und um­denken musste – ebenso wie der Wun­siedler Landrat, dessen Geschichte die erste Folge der Frankenpost-Advents-Serie thematisierte. Während Peter Berek aufgrund der Erkrankung zum Verwaltungswirt umschulte und CSU-Politiker wurde, wollte Heike Simonides ihren geliebten­ Beruf keinesfalls komplett an den Nagel hängen. Das brachte sie vor zehn Jahren auf die Idee, sich als „Zuckerfee“ in Thiersheim selbstständig zu machen.

Optisch und kulinarisch Kunst

Was Heike Simonides und Peter Berek verbindet: Die Mehlallergie hat ihnen letztendlich Glück gebracht. Der Zwang, sich umzuorientieren, führte bei beiden Bäckern zur Verwirklichung ihrer Träume. Heute trägt der eine Verantwortung für mehr als 70 000 Einwohner im Landkreis Wunsiedel, die andere fabriziert kulinarisch wie optisch so außergewöhnliche Torten nach Wunsch, dass Kunden sich glücklich schätzen, wenn sie eines von Heike Simonides’ Kunstwerken ergattern. In ihren Genuss kommt nur, wer sein Backwerk bald bestellt, zumal die „Zuckerfee“ weniger Aufträge annimmt, seit sie selbst zwei­fache Mutter ist.

„Zeit für einen Moment anhalten“

Gerade im Advent möchte die 38-Jährige „das tolle­ Gefühl aus ihrer eigenen Kindheit“ weitergeben: „Ich will die Zeit für einen Moment anhalten und sie mit Streuseln und Perlen bunter machen.“

Verzieren war das Tollste

Die „Zuckerfee“ weiß noch genau, wie ihre Mutter früher mit ihr ge­backen hat. „Man konnte immer mal vom leckeren Teig naschen. Das Verzieren­ der Plätzchen mit süßem Zuckerguss und bunten Zuckerstreuseln war einfach das Tollste für mich. Vor allem war es etwas ganz Besonderes, Zeit mit der Familie zu verbringen, zu naschen und gleichzeitig kreativ zu sein.“

Kleiner „Zucker-Zauberer“

Das empfindet Heike Simonides’ Sohn Ludwig heute offensichtlich genauso, denn der kleine Thiers­heimer tritt gerne in die Fußstapfen seiner­ „Zuckerfee“-Mama: Beim Butterplätzchen­-Backen hilft der vierjährige „Zucker-Zauberer“ kräftig mit. Und bald kommt mit seiner vor einem halben Jahr geborenen Schwester Elli eine zweite „Zuckerfee“ zur Unterstützung hinzu.

Butterplätzchen
Zutaten:

375 Gramm Butter

250 Gramm Zucker

5 Eigelb

Vanillezucker, Salz

500 Gramm Mehl

Zubereitung:

bei 175 Grad goldbraun backen

mit Zuckerguss und vielen bunten Streusel verzieren

Adventskalender mal anders: In der neuen Frankenpost-Serie erklärt täglich ein Backprofi aus dem Kreis Wunsiedel, warum er eine Plätzchensorte sagenhaft gut findet und wie sich diese Leckerei am einfachsten­ zubereiten lässt.

 

Bilder