Sehr respektabel Tigers unterliegen Nürnberger DEL-Team 3:4

Gute Defensivarbeit zeichnete die Bayreuth Tigers aus. In dieser Szene gaben Henry Martens und Tomas Schmidt (von links) dem Nürnberger 
Brandon Buck (rechts) nicht viel Spielraum. Foto: Peter Mularczyk

EISHOCKEY. Eine bessere Werbung hätte man sich bei den Bayreuth Tigers eine Woche vor dem Saisonstart in der DEL2 kaum wünschen können: Das Testspiel am Freitagabend gegen den DEL-Kooperationspartner Nürnberg Ice Tigers war nicht nur wegen des sehenswerten Spielverlaufs und der vielversprechenden Kulisse von 2077 Zuschauern ein idealer Appetitanreger, sondern am Ende sogar wegen des Ergebnisses. Durch zwei späte Tore zogen sich die Gastgeber mit 3:4 (0:1, 1:1, 2:2) sehr beachtlich aus der Affäre.

Erwartungsgemäß entwickelte sich zunächst aber ein Härtetest für die Bayreuther Defensive, auch wenn den Nürnbergern eine Reihe wichtiger Spieler fehlten (unter anderem die etatmäßigen Center der ersten beiden Sturmreihen, Jim O’Brien und Philippe Dupuis). Im eigenen Drittel die Ordnung bewahren, das Geschehen so weit vom Tor fernhalten, dass für den zuverlässigen Torwart Brett Jaeger nur lösbare Aufgaben übrig bleiben, vor dem Tor konsequent klären und nach Möglichkeit konstruktiv aufbauen – diese Aufgaben lösten die ebenfalls nicht ganz kompletten Tigers (ohne Sebastian Busch und Nico Kolb) auch unter Druck der spielerisch durchaus überzeugenden Nürnberger sehr respektabel. Eigene Chancen verzeichneten sie aber im ersten Drittel nur vereinzelt und hauptsächlich in zwei Überzahlsituationen (2. und 14.) – die zweite sogar mit noch etwas verlängertem Powerplay mit fünf gegen fünf.

Dass zu viel Offensive aber auch gefährlich sein konnte, bewies das erste Gegentor. Bei einem schnellen Gegenzug der Gäste war eine Strafe gegen Tigers-Verteidiger Thomas Schmidt angezeigt, und mit dem sechsten Feldspieler spielten die Nürnberger den nachverpflichteten Andreas Eder in bester Schussposition frei.

Im zweiten Drittel bekamen die Bayreuther mehr Gelegenheit zu eigener Initiative durch drei Nürnberger Strafzeiten in den ersten gut acht Minuten. Dabei hatten sie zunächst Glück, dass bei einem Nürnberger Konter Will Acton nur die Latte des für einen Moment freien Tores traf, aber fast im Gegenzug fiel doch der Ausgleich. Allerdings war es nicht gerade die zwingendste Situation in dieser Phase, denn die Scheibe von Tyler Gron war wohl eher als Pass gedacht und wurde von Nürnbergs Torhüter Niklas Treutle ins eigene Tor abgelenkt. Durch ein glänzendes Zusammenspiel eroberten die Gäste zwar bald die Führung zurück, aber insgesamt entsprach das 1:1 im zweiten Drittel durchaus dem Spielverlauf.

Zweimal Videobeweis

Im letzten Abschnitt schien der Favorit das Geschehen aber wieder überwiegend zu kontrollieren und brachte das auch in zwei gut herausgespielten Treffern zum Ausdruck. Umso bemerkenswerter war es, dass die Bayreuther gegen Ende noch einmal den Unterhaltungswert erhöhen und sogar für Spannung sorgen konnten. Pech hatten sie in der 54. Minute bei einem Videobeweis, als die von Martin Davidek geschossene Scheibe neben dem Pfosten vom Gummipolster im Tor gestoppt wurde und deswegen die Linie nicht vollständig überschritten hatte. So war wenig später der zweite Treffer absolut verdient, zumal er aus einem glänzenden schnellen Angriff der jungen dritten Reihe resultierte. Und neun Sekunden vor dem Ende führte ein weiterer Videobeweis sogar noch zum dritten Bayreuther Tor. Ivan Kolozvary schien an einer tollen Parade von Treutle gescheitert zu sein, doch die Schiedsrichter entschieden, dass sich die Fanghand des Schlussmanns dabei mit der Scheibe hinter der Torlinie befand.

Bayreuth Tigers: Jaeger – Schmidt, Nijenhuis; Mannes, Karlsson; Martens, Veisert – Bartosch, Kolozvary, Davidek; Järveläinen, Rajala, Gron; Zimmermann, Lillich, Kunz; Richter, Kronawitter.

Nürnberg Ice Tigers: Treutle – Summers, Festerling; Schulze, Mebus; Wirth, Bender – Brown, Buck, Fischbuch; Reimer, Acton, Schwartz; Alanov, Eder, Bassen; Lell.

SR: Noeller, Salewski; Strafminuten: Bayreuth 8, Nürnberg 14; Zuschauer: 2077.

Tore: 0:1 (18.) Eder (Reimer, Schulze – 6 gegen 5), 1:1 (28.) Gron, 1:2 (32.) Eder (Wirth, Alanov), 1:3 (43.) Fischbuch (Brown, Buck), 1:4 (48.) Fischbuch (Alanov, Eder), 2:4 (57.) Lillich (Kunz, Zimmermann), 3:4 (60.) Kolozvary.

 

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