Auf der Flucht vor gewalttätigen Männern
Bis zum Jahresende kann Anja Schäffner zunächst weitermachen. „Wir sind immer auf der Suche nach ehrenamtlichen Helfern, die beim Umzug mit anpacken oder sich in der Kinderbetreuung einbringen“, sagt die Projektleiterin. Jüngst sei eine Frau mit fünf Kindern aus einem anderen Bundesland aufgenommen worden. Es gibt ein Portal, über das Frauenhäuser in ganz Deutschland freie Plätze melden. Manche gehen weit weg, damit der Gewalttäter sie nicht findet.
Nicht nur Lebenspartner und Ehemänner, auch andere männliche Familienmitglieder übten Gewalt gegen Frauen aus. Die Männer kontrollierten die Frauen und isolierten sie, damit sie vollkommen von ihnen abhängig seien, schildert die Sozialpädagogin. „Nachdem sie es ins Frauenhaus geschafft haben, fällt vielen Frauen der Übergang in Anschlusswohnungen schwer.“
In der Regel habe das Bayreuther Frauenhaus, das auch für den Landkreis Kulmbach da ist, nur Platz für zehn Frauen, sagt Schäffner. Auch Kindergartenplätze seien in Bayreuth schwer zu bekommen. „Die Anbindung an die Schulen klappt dagegen gut.“ Laut der gültigen Förderrichtlinie sollten die Frauen möglichst nur zehn Wochen im Frauenhaus bleiben.
Wobei sich die Dauer nach der individuellen Situation der Frauen richten soll. „Zehn Wochen sind utopisch“, sagt Schiepert. „Wie sollen die Frauen das schaffen in unserem Behördendschungel?“ Manche Frauen lebten über ein Jahr mit ihren Kindern im Frauenhaus. Zu einer Überbelegung solle es jedoch auch nicht kommen. Auch deshalb ist Second Stage so wichtig.
Info: Wer das Projekt unterstützen oder Wohnraum anbieten will, kann sich an die Caritas wenden. Telefon 0921/1501931. Mail: schaeffner@caritas-bayreuth.de