Schwurgericht Tödliche Prügelei in Bischofsgrün

BAYREUTH. Das Bayreuther Schwurgericht überprüft seit Montag die Hintergründe einer tödlichen Prügelei in Bischofsgrün. Ein heute 32-jähriger Mann soll am 27.März 2018 zwei Trinkkumpanen schwer zusammengeschlagen haben. Einer der Männer starb Tage nach der Prügelei. Es um die Frage: Ist der 32-Jährige möglicherweise auch der Körperverletzung mit Todesfolge schuldig?

„Der ganze Ort stempelt mich als Mörder ab“, soll der amtsbekannte Clemens H. einem Polizisten bei der Vernehmung wegen eines anderen Delikts diesen Jahres gesagt haben. Während der Verhandlung zeichnete sich das Bild eines traurigen Lebens. Der 32-jährige Fahrzeugreiniger trank bereits regelmäßig seit er wohl 15 oder 16 Jahre alt war, so genau wisse er das gar nicht mehr, sagte er, hatte den Konsum nicht mehr im Griff. Es kamen auch noch Crystal und Marihuana dazu, das Essensgeld für die Arbeit habe er regelmäßig in Alkohol investiert. Traurig und entsetzt sei er gewesen, nachdem er erst durch seinen Anwalt nach der Prügelei vom Tod seines Kumpanen erfahren habe. 

Im Prozess kristallisierte sich vor allem bei den Zeugenvernehmungen heraus, was sich an dem Abend zugetragen hatte. So soll es zu einem „Kräftemessen“ gekommen sein zwischen dem Angeklagten und Markus S., der laut dem Richter rein körperlich „deutlich unterlegen“ gewesen sei. Anschließend seien die beiden von Clemens H. geschlagen worden. Die beiden Geschädigten seien danach in ein Krankenhaus verbracht worden, sie waren aber noch ansprechbar, wie die Polizeibeamten während ihren Aussagen beteuerten. Mehrmals solle der Angeklagte beide mit den Fäusten traktiert haben, das verstorbene Opfer erlitt unter anderem laut Gutachten ein Brustkorbtrauma mit Rippenserienbrüchen und Einspießungen zweier Rippen in die Brusthöhle. 

An nichts könne er sich mehr erinnern, er habe nur noch Bilder im Kopf, weil er so stark betrunken war, sagte Clemens H. weinend bei seiner Aussage vor Gericht, er könnte aber „zum Teil“ bestätigen, dass er aggressiv werde, wenn er betrunken sei. Der Staatsanwalt allerdings zweifelte daran, dass die Erinnerungslücken wirklich so stark seien, wie von Clemens H. beteuert.
 


Den kompletten Artikel finden Sie morgen, am 14. Mai 2019, in der Printausgabe.

 

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