Die Arbeiten am Schwimmerbecken und die daraus resultierende Schließung für eine Woche sind Maßnahmen, dem ein Gerichtsprozess vorgelagert ist, erläutert Betriebsleiter Sebastian Poppek: „Es geht nicht darum, wer den Schaden verursacht hat. Wir müssen herausfinden, wie es zu den Schäden kam. Das kommt dann im Gutachten heraus.“

An mehreren Stellen im Becken wurden die Fliesen entfernt, damit ein Sachverständiger einerseits die Ursache und andererseits den Umfang der Schäden ermitteln kann. Die entnommenen Materialproben – die Fliesen, der Kleber und das Fugenmaterial – würden nun analysiert werden. Nun warte man auf das Gutachten, welches vier bis sechs Wochen in Anspruch nimmt. „Dass diese ganze Anlage von A bis Z mit Bauschäden durchzogen ist, da können weder die Betreiberfirma noch die Stadt etwas dafür“, sagt Bürgermeister Raab und hofft auf Verständnis, „was wir aber nicht machen können, dass wir auf eigene Kosten das reparieren lassen. Das muss der Verursacher zahlen.“

Schlechtwetter-Periode abgewartet

Die entfernten Fliesen wurden schnell wieder ersetzt, dennoch benötige das Becken eine Austrocknungszeit von 48 Stunden. „Am Mittwochabend wird es wieder befüllt. Der Vorgang dauert zwei bis drei Tage“, erklärt Poppek, „wenn man es zu schnell mit Wasser befüllt, dann entwickelt sich ein Druck auf die Beckenwände.“ Es gebe Vorschriften mit bestimmten Füllgeschwindigkeiten. Deswegen musste das komplette Schwimmerbecken für sechs Tage gesperrt werden.

Für die Arbeiten konnte man nicht bis zur Revision im Herbst warten, sonst wären Anspruchszeiten abgelaufen. Zudem wollte man abwarten, bis das Schuljahr und der damit verbundene Schwimmsport vorbei sind. „Außerdem haben wir die jetzige Schlechtwetter-Periode abgewartet“, witzelt Bürgermeister Raab. Aktuell stünden noch das Mehrzweckbecken, das Kinderplanschbecken und das Springerbecken zur Verfügung.

Hüpfburg für die Kinder

Man verstehe den Unmut der angestammten Badegäste. „Das ist ein heftiger Imageschaden, den uns keiner ersetzt“, ergänzt Bürgermeister Raab, „die Besucher orientieren sich in der Zwischenzeit anderweitig. Die müssen wir im harten Wettbewerb erst wieder zurückgewinnen. Das wird teuer.“ Die Zukunft werde bessere Zeiten bringen. Im Oktober sollen die Maßnahmen am Solebecken abgeschlossen sein.

Zudem plant der Betreiber gezielte Aktionen. Für die Saisonkarten gebe es bereits eine Lösung. Die Inhaber der Karten können diese zwei Wochen länger nutzen. „Wir versuchen auch ein paar Aktionen für die Kinder durchzuführen“, erzählt die Teamleiterin des Badebetriebs, Jeannette Bayerlein, „zum Beispiel planen wir, eine Hüpfburg aufzubauen.“ Außerdem bereite man eine kleine Neueröffnung, wenn alle Maßnahmen abgeschlossen sind.

Eine Krise nach der anderen

Etwas wehmütig sagt Betriebsleiter Sebastian Poppek über die aktuelle Situation: „Wir betreiben die Anlage erst seit dem 1. Januar, obwohl man nicht von einem Betrieb sprechen kann, dazu hatten wir keine Chance. Es ist eher ein stetiges Krisenmanagement. Wir freuen uns einfach auf den baldigen Vollbetrieb. Doch jetzt müssen wir erst mal auf das Gutachten warten.“