Es hätte ein Buch voll Wut und Verzweiflung werden können. Schließlich starb Pawliks Tochter einen Tag vor ihrem siebten Geburtstag. Ohne Frage berührt das Schicksal der Familie tief - und ja, es kann zu Tränen rühren. Doch die Autorin macht auch Mut, so wie sie es mittlerweile auch als Trauerbegleiterin und Trauerrednerin tut. Sie zeigt Wege aus der Trauer, sehr poetisch und mitunter humorvoll. So ist es ein tröstliches Buch, nicht nur für Eltern und Geschwister, sondern für alle, die einen lieben Menschen verloren haben.
Darf man auf Erlösung hoffen?
Doch darf das Leben einfach so weitergehen? Das fragt sich auch Bea, die mit ihrem Mann Paul und Sohn Anton nach Karlas Tod nach Portugal gereist ist. "Dürfen wir das genießen? Dürfen wir einfach mal nicht an zu Hause denken? Davon träumen, dass wir immer so leben könnten. Weit weg von allem."
Pawlik und ihre Familie waren nach der Beerdigung "im Funktioniermodus", wie sie es nennt. "Wenn der Alltag einsetzt und um die Hinterbliebenen die Welt sich ganz "normal" weiterdreht. Als ob nichts passiert wäre." Und doch gebe es für die allermeisten einen Weg weiter, so wie im Roman. "Ich wollte gerne über Erlösung schreiben, so wie der Tod irgendwann auch erlösend sein kann und so wie wir auch wieder die ersten Schritte ins Leben gemacht haben", erklärt sie. "Und nicht Erlösung im Sinne von: Oh, endlich ist es vorbei. Sondern Erlösung im Sinne von: Oh, ich kann ja weitermachen".