Welche Vorschläge sonst noch kursieren
In der politischen Diskussion kursieren viele weitere Vorschläge: Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Marcel Fratzscher plädiert für Direktzahlungen statt steuerlicher Maßnahmen. Letztere seien wenig treffsicher und sozial unausgewogen, weil sie vor allem höhere Einkommen begünstigten. Ein Tempolimit oder autofreie Sonntage könnten zusätzlich Anreize setzen, den Verbrauch fossiler Energieträger zu senken.
Die Grünen fordern wie die SPD eine Übergewinnsteuer, um eine Senkung der Stromsteuer für alle damit zu finanzieren. Die AfD ist für eine Abschaffung der CO2-Bepreisung und der Senkung der Energiesteuer bei Kraftstoff, um die Preise an der Zapfsäule schnell zu senken. Die Linke schlägt ein "Energiekrisengeld" von 150 Euro vor und fordert eine Rückkehr zum 9-Euro-Ticket.
Worüber die Koalition daneben noch diskutiert
Aber nicht nur die Energiepreiskrise, die die Politik nun unter Handlungsdruck setzt, beschäftigt die Koalition bei ihren Marathon-Beratungen. Da sind auch noch die sowieso geplanten Reformprojekte, bei denen nach gemeinsamen Lösungen gesucht wird:
- So hatte die Bundesregierung grundlegende Reformen bei der Gesundheit angekündigt, damit die Kosten nicht aus dem Ruder laufen. Eine Expertenkommission hatte Vorschläge für milliardenschwere Einsparungen gemacht.
- Außerdem geht es um Reformen bei der Pflege und der Rente.
- Im Fokus stehen auch steuerliche Entlastungen über eine Einkommensteuer-Reform, bei der aber die Gegenfinanzierung ungeklärt ist.
- Das alles steht zudem unter dem Eindruck der anstehenden Haushaltsberatungen, in denen geklärt werden muss, was eigentlich wie im kommenden Jahr finanziert werden kann.