Schutz für Igel Bayreuth setzt Verbot für Mähroboter um

Nach dem einstimmigen Stadtratsbeschluss im Juni tritt nun das Nachtfahrverbot für Mähroboter in Bayreuth in Kraft.

Das neue Verbot schützt die Igel in Gärten. Foto: Armin Weigel/dpa

Im gesamten Bayreuther Stadtgebiet gilt ab sofort ein nächtliches Fahrverbot für Mähroboter. Dies gibt die Stadt in einer Medienmitteilung bekannt. Umgesetzt wird damit ein einstimmiger Beschluss des Stadtrats. Die Geräte dürfen künftig nur noch tagsüber betrieben werden. Das Verbot untersagt den Betrieb in der Zeit von einer halben Stunde vor Sonnenuntergang bis einer halben Stunde nach Sonnenaufgang des folgenden Tages. Ziel ist der Schutz von nachtaktiven Tieren wie Igel oder anderer kleiner Wirbeltieren, die durch die Klingen der Roboter schwer verletzt oder getötet werden können.

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Den Anstoß gab Eckhard Sabarth von der Partei Die Linke. Er hatte im April den Antrag im Stadtrat eingebracht, wie unsere Redaktion berichtete. Weil landwirtschaftliche Flächen zunehmend durch Pestizide belastet seien, zögen sich viele Tiere in Städte zurück. Dort würden sie jedoch durch automatisierte Rasenpflege gefährdet. Die Stadtverwaltung unterstützte das Anliegen ausdrücklich. Das Verbot gilt für alle selbstständig arbeitenden Mähroboter.

Auch auf Landesebene wird über ein Verbot in den Nachtstunden diskutiert. Im Bayerischen Landtag forderten im Juli die Grünen ein entsprechendes Gesetz – unsere Redaktion berichtete. Die Zahl verletzter Igel nehme zu, sagte Grünen-Abgeordnete Mia Goller. Appelle an die Gartenbesitzer oder freiwillige Schutzmaßnahmen durch Hersteller hätten bisher kaum Wirkung gezeigt. „In der Nacht kommt der Mähroboter – leise, aber tödlich“, so Goller. Das Verbot sei deshalb eine Frage des Anstands.

Kritik kam aus der CSU-Fraktion. Auch die Freien Wähler und die AfD lehnten ein Gesetz ab. Ruth Müller von der SPD verwies hingegen auf den dramatischen Rückgang der Igelpopulation und forderte klare gesetzliche Regeln.

In der Region wird die Diskussion ebenfalls geführt. In Heinersreuth spricht sich Gemeinderat Stefan Eigl (CSU) für ein Verbot aus. Auch die Grünen in Kulmbach fordern eine entsprechende Regelung.