Eine Szenerie fast wie im Kino ereignete sich damals im Bayreuther Industriegebiet. Wie der „Nordbayerische Kurier“ in der Ausgabe vom 22. März 1968 berichtete, ertappte ein Wachmann während eines Kontrollgangs zwei Jugendliche, die sich in der Werkhalle einer Firma zu schaffen machten. Es war der Hund des Wachmanns - ein Schäferhund namens Rex - der anschlug, als sie gemeinsam das Gelände betraten.

Schäferhund Rex nimmt die Verfolgung auf

Durch ein Fenster konnte der 63-jährige Wachmann zwei Gestalten sehen. Er gab einen Warnschuss ab und forderte die Eindringlinge auf, herauszukommen. Dann lief er auf die andere Seite der Werkhalle, wo sich die Tür befand. Doch die Einbrecher waren schneller: Sie flüchteten über eine Mauer und rannten davon.

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Schäferhund Rex nahm die Verfolgung auf. Der Wachmann hörte kurz darauf Schüsse, von den Flüchtenden abgegeben auf seinen Hund. Dieser kam unverletzt zu seinem Herrchen zurück. „Ich selbst gab noch vier Warnschüsse ab“, erzählte der Wachmann. Die Einbrecher konnten jedoch unerkannt entkommen. Die alarmierte Polizei vermutete, dass die Jugendlichen es auf die Automaten in der Kantine abgesehen hatten. Bayreuth wurde damals von einer Einbruchserie heimgesucht, die von der Kriminalpolizei bislang nicht hatte aufgeklärt werden können.

Schwierigkeiten bei der Sanierung des GMG

In derselben Ausgabe berichtete der Kurier von der bitteren Wahrheit nach der anfänglichen Euphorie über die geplante Fortsetzung der Sanierung des Graf-Münster-Gymnasiums. Denn für die Zeit der Sanierung des Altbaus am Schützenplatz drohte den Schülern der Schichtunterricht. Zumindest wenn kein Ausweichquartier für sechs Klassen gefunden werden konnte.

Doch auch das einzige in Frage kommende Ausweichquartier, der Nordflügel des alten humanistischen Gymnasiums an der Friedrichstraße, machte Probleme. Dort müsste erst der Fußboden saniert werden, bevor die sechs Schulklassen des Graf-Münster-Gymnasiums dort einziehen konnten. Ob die Stadt zu dieser Maßnahme bereit war, wo der Nordflügel doch eigentlich abgerissen werden sollte, blieb vorerst fraglich.

Wechsel am Amtsgericht

Des Weiteren berichtete der Kurier von einem Wechsel des Vorsitzenden am Bayreuther Amtsgericht. Demnach folgte Amtsgerichtsdirektor Reinhard Dämmrich dem scheidenden Vorsitzenden Karl Noesch. Noesch hatte anderthalb Jahrzehnte an der Spitze der Behörde gestanden.

Sein 54-jähriger Nachfolger Dämmrich kam ursprünglich aus dem sächsischen Vogtland, hatte aber schon einige Jahre am Landgericht Hof als Gerichtsassessor gearbeitet. 1960 war er nach Bayreuth gekommen, wo er als Landgerichtsrat tätig wurde. 1966 wurde er an das Amtsgericht versetzt, dessen Leitung er nun übernahm.