Kinder wünschen sich häufig Spielzeug. Werden sie aber nach den Dingen gefragt, die sie glücklich machen, nennen sie ein liebevolles und intaktes Elternhaus und eine gute Beziehung zu den Geschwistern – viel Zeit in und mit der Familie.
Jugendlichen wollen genau da raus. Glück in Liebesbeziehungen finden. „Freiheit und Unabhängigkeit sind jetzt ein wichtiger Glücksindikator“, schreiben die drei Schülerinnen. Die ersten Reisen ohne die Familie, Schulabschluss, eigene Arbeit.
Der nächste Wechsel erfolge meist mit Anfang 20: Glück bedeute in diesem Alter zum einen Unabhängigkeit, aber auch Sicherheit in beruflicher und sozialer Sicht. Es folgt die Gründung einer eigenen Familie, ein eigenes Heim.
„Dies verdeutlicht noch einmal die Bedeutung der Familie in Bezug auf Glück“, schließen die Schülerinnen: Erst die Herkunfts-, dann die eigene Familie. Dazu passt, dass nach einer Zwischenphase, in der noch einmal Freunde und Selbstverwirklichung eine große Rolle spielen, im Rentenalter oft die Enkel als Glücksfaktor genannt werden. Außerdem: Gesundheit und Selbstbestimmtheit.
„Genauso wie ein Mensch verschiedene Lebensphasen durchläuft, ändert sich auch die Einstellung zum Glück.“
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Glück wäre die Aufenthaltsgenehmigung: Gespräch mit einem Flüchtling
Antonia, Franziska und Ibrahim besuchten die Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in der Wilhelm-Busch-Straße. Ihr Interviewpartnerin war eine junge Armenierin, die seit fast zehn Jahren in Deutschland lebt, aber nach wie vor ohne Aufenthaltsgenehmigung ist.
An Glücksmomente in der alten Heimat kann sie sich kaum erinnern. „Im Nachhinein empfinde ich es jedoch als Glück, eine Arbeitsstelle besessen zu haben“, berichtet sie den Schülern. Sie habe nicht das Gefühl, in Deutschland mehr Glück zu erfahren: „Die andauernde Ungewissheit bezüglich meiner Aufenthaltserlaubnis belastet mich sehr.“ Kraft und Hoffnung zieht sie aus ihrer Familie, die auch in Deutschland lebt. „Die warme Unterkunft, meine Familie und das geregelte Einkommen sind meine bisherigen Glücksmomente in Deutschland gewesen“, sagt sie.
Den Schülern selbst macht das Gespräch ihr Glück bewusst: „Das Gefühl, seine Liebsten jeden Tag um sich zu haben, macht uns glücklich, denn wir wissen, dass nicht jeder dieses Glück hat. Aber nicht nur in solchen Situationen empfinden wir Glück. Glück wird unserer Meinung nach von vielen Faktoren, wie Ort und Zeit oder den persönlichen Einstellungen beeinflusst. Wenn wir an die Schule denken, sind es schon die kleinen Dinge, die uns glücklich machen. Zum Beispiel, wenn der Nachmittagsunterricht ausfällt und wir endlich mal wieder ein bisschen Freizeit haben neben dem täglichen Lernen.“
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Vom Glück, gebraucht zu werden
Auch Carolin, Christian und Susanna suchten sich Gesprächspartner in einer Einrichtung für Menschen, die vermeintlich nicht vom Glück begünstig sind, der IdA – Integration durch Arbeit. Außerdem ließen sie sich von Hannes Schott, dem Pfarrer der Bayreuther Lutherkirche, beraten. Der sagt: „Wichtig ist, dass ich während einer Tätigkeit merke, dass ich zufrieden bin.“
Das trifft auch auf die Interviewpartner zu, die in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung arbeiten. „Jeder Mensch braucht eine Aufgabe. Eine Aufgabe zu haben und diese zu erfüllen, ist auch Glück für mich“, erzählt ihnen einer der Arbeiter, der als Kind einen schweren Autounfall überlebte, inzwischen aber wieder alleine leben kann – was ihn stolz und damit auch glücklich macht.
„Wenn wir von Glück reden, dann geht es – wie wir mittlerweile finden – häufig um belanglose Dinge“, schreiben die drei Schüler. Um Noten oder Geschenke. Jetzt sei ihnen klar geworden, dass Glück oft gemeinsam mit Freude, Spaß, Zufriedenheit und Stolz verwendet wird – Gefühle, die jeder Mensch in anderen Zusammenhängen empfindet. Glück könne man daher nicht näher definieren ist ihre Schlussfolgerung. Aber man kann es sich bewusst machen. Dafür geben sie einen Tipp von Schott weiter: Einen täglichen Tagebucheintrag zum Thema „Was ist mir heute Gutes passiert“. Aufschreiben, nachlesen, dankbar sein. Vielleicht sogar glücklich?
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Was passiert in unserem Körper?
Leoni und Romina untersuchten für ihr Glücksprojekt, was in unserem Körper vor sich geht, wenn wir Glück empfinden, was hinter Begriffen wie „Botenstoffe“ und „Glückshormone“ steht, wie Dopamin, Endorphin, Sorotonin, Noradrenalin und Oxytocin wirken und zusammenwirken. Ihr Fazit: „Interessant ist, dass nachgewiesen werden konnte, dass Bereiche im Gehirn, die vermehrt beansprucht werden, wachsen können. Falls nicht schon so veranlagt, kann man sich, genau wie einen Sixpack, auch positive Gedanken antrainieren. Jeder ist also fähig, die größtmögliche Dosis Glück aus seinem Gehirn zu holen. Diese ist in grenzenloser Menge vorhanden, nicht gesundheitsschädlich, kostenlos und für Menschen aller Altersgruppen geschaffen.“
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Was ist Glück an Weihnachten?
Diese Frage stellten sich Lisa, Anja und Natalie. Dazu haben sie Menschen aus verschiedenen Altersgruppen befragt, angefangen von der fünfjährigen Marie, die es glücklich macht, mit ihrem Bruder Geschenke auszupacken und dann mit ihm zu spielen, bis hin zum Ehepaar Gisela (75) und Franz (80), die glücklich sind, gesund zu sein und noch ein Weihnachten zusammen zu erleben. Ihr Ergebnis: Die Weihnachtszeit, in der sich die Familie trifft und beschenkt bedeutet den Menschen tatsächlich viel und macht sie glücklich – mit einer Einschränkung im mittleren Lebensalter, bei denen, die oft Ausrichter der Feierlichkeiten sind. Tanja (43) sagte: „Ich bin glücklich, wenn Weihnachten vorbei ist, dann habe ich keinen Stress mehr.“ Entsprechend lautet das Fazit der drei Schülerinnen: „Es mag nicht jeder ein Freund von Weihnachtsgeschenken und Bräuchen sein, aber dennoch genießen es wohl die meisten Menschen, an diesen besinnlichen Tagen Zeit mit ihren Liebsten zu verbringen. Auch für uns ist das größte Glück an Weihnachten, Zeit mit unseren Familien zu verbringen. Aber wie vermutlich viele, freuen auch wir uns über kleine Aufmerksamkeiten unter dem Weihnachtsbaum.“
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Info: Otto Guggemos, Pfarrer in Heinersreuth und Religionslehrer an der BOS/FOS betreute die Arbeiten der Schüler.