Im Jahr 2007 war er vom Landgericht Würzburg wegen Totschlags zu zehn Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Nach Überzeugung der Richter hatte er 2001 die damals 51-jährige Magdalena H. umgebracht, deren Leiche später an der Autobahn bei Thurnau im Landkreis Kulmbach gefunden wurde. Er hatte die Frau als Anhalterin mitgenommen, nachdem sie als Mitglied einer Ausflugsgruppe an der ungarischen Grenze wegen eines abgelaufenen Reisepasses zurückgewiesen worden war. 

In einem ersten Prozess vor dem Landgericht Bayreuth war H. aus Mangel an Beweisen noch freigesprochen worden. Staatsanwaltschaft und Nebenkläger legten jedoch Revision ein. Überführt wurde M. durch Blutspuren des Opfers in seinem Auto und Rückständen eines Klebebands, mit dem Magdalena H. gefesselt worden war.

2017 wurde der heute 69-jährige Hartmut H. aus dem Gefängnis entlassen. Nun wurde er erneut festgenommen. Aufgrund der Auswertung alter DNA-Spuren ist sich die Kripo in Baden-Württemberg sicher, dass der Ex-Manager schon 1996 einmal eine Frau ermordet hat. Es handelt sich dabei im die damals 35-jährige Brigitta J. aus Stuttgart. Die Frau war in jener Nacht von ihrer Arbeitsstelle in Sindelfingen auf dem Weg zur S-Bahn, als sie von einem Unbekannten angegriffen und mit zwölf Messerstichen getötet wurde. Die Kripo hatte die Ermittlungen in diesem Fall nie aufgegeben. Bei einer neuen Auswertung von Spuren sind sie nun auf einen DNA-Spur gestoßen. Das genetische Muster soll der Staatsanwaltschaft zufolge genau zu Hartmut M. passen, der damals bei Böblingen gewohnt habe.