Schneller zum Acker Konzept für ein Kernwegenetz vorgestellt

Landrat Hermann Hübner (Zweiter von rechts) und Vertreter der Gemeinden präsentieren das neue Kernwegenetzkonzept. Foto: Gunter Becker

MISTELGAU. Der technische Fortschritt macht auch vor der Landwirtschaft nicht halt. Die Traktoren und die angehängten Maschinen werden größer, breiter und schwerer. Zusammen kann schon mal ein Gewicht von bis zu 40 Tonnen erreicht werden. Für dieses Gewicht und die Breite der Maschinen sind die meisten Wege in der Flur nicht ausgelegt. Sie sind oft 30 Jahre und älter und mit einer Breite von drei Metern zu schmal. Schäden an den Banketten sind die Folge. Abhilfe soll die Ertüchtigung der Wege und Straßen bringen.

Doch da nicht alle Flur- und landwirtschaftlichen Wege aus Kostengründen verbreitert und befestigt werden können, will man sich auf ein Kernwegenetz konzentrieren. Am Montag stellten Mitarbeiter der Landsiedlung des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) im Rathaus ein Kernwegenetzkonzept „Rund um die Neubürg – Fränkische Schweiz“ vor.

Ein Jahr lang haben Alexander Heinz und Florian Göbel den Wegebestand zusammen mit Feldgeschworenen, Mitarbeitern der Gemeinden und Behörden sowie des Bauernverbandes für jede der zehn im Bereich des Vereins Rund um die Neubürg liegende Kommune ermittelt. Die Ergebnisse wurden für jede Gemeinde in einem dicken Ordner gebündelt. Nun liegt es an den Gemeinden, gemeinsam mit Landwirten und Grundstücksbesitzern vor Ort zu beraten, welche Wege ausgebaut werden.

Landrat Hermann Hübner nannte das Konzept einen wichtigen Baustein, um das für die Landwirtschaft wichtige Wegenetz zu modernisieren und den heutigen Standards anzupassen. An Geld fehle es nicht, da es vonseiten des Amts für Ländliche Entwicklung eine hohe Förderung gebe. Nun seien die Gemeinden gefordert, anhand des Konzeptes eine Prioritätenliste zu erstellen, sagte Claudia Stich vom Amt für Ländliche Entwicklung.

Aber nicht nur der Ausbau des Kernwegenetzes steht im Mittelpunkt der nächsten Jahre. Das Konzept der Landsiedlung zeigt auch die Bereiche auf, wo Lücken in den Wegenetzen geschlossen werden müssen. Die von Landwirten bearbeiteten Felder und Wiesen liegen heute nicht mehr nur im Umkreis ihres Hofes, sondern oft auch in weiter Entfernung. Um dorthin zu gelangen, sollen die existierenden Wege und Straßen notfalls verknüpft werden. Die Kernwege sollen, so Göbel, existierende Hauptachsen verbinden, besäßen aber auch eine übergeordnete Erschließungsfunktion.

Die einzelnen Gemeinden können nun den Aus- und Neubau einzelner Wege mittels eines Bauneuordnungsverfahrens oder auch als ländliche Infrastrukturmaßnahme fördern lassen. Vorausgesetzt, alle naturschutzfachlichen Voraussetzungen sind gegeben und mit den Anrainern und Eigentümern kann eine Einigung gefunden werden. Landrat Hübner hat daran keine Zweifel. „Die Gemeinden haben im Wegebau große Erfahrung.“

 

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