Kulmbach - Dichtes Schneetreiben und geschlossene Schneedecken zum Teil sogar auf den Autobahnen und Bundesstraßen haben am Dienstag nahezu den ganzen Tag über für zum Teil massive Verkehrsbehinderungen gesorgt. Die Polizei und vor allem die Mitarbeiter der Straßenmeistereien und der Bauhöfe in den Gemeinden hatten alle Hände voll zu tun, die Straßen trotz der anhaltenden Schneefälle halbwegs frei zu halten. Doch auch der Winterdienst kann nicht überall zugleich sein. so hieß es für viele Verkehrsteilnehmer am Dienstag, Geduld zu bewahren. Vor allem an Steigungen kam es immer wieder zu Staus, vor allem weil Lastwagen auf den rutschigen Straßen nicht vorankamen, sich festfuhren oder gar quer stellten. Leider kam es auch zu mehreren Unfällen. Bei zwei schwereren Crashs im Bereich der Polizeiinspektion Stadtsteinach wurden dabei am Vormittag insgesamt vier Menschenverletzt und mussten ins Kulmbacher Klinikum gebracht werden.

Trotz allem spricht Georg Löffler, Chef der PI Stadtsteinach angesichts der widrigen Wetterumstände von relativwenigen Zwischenfällen. Es hätte schlimmer kommen, meint Löffler und spricht den Menschen aus dem Oberland ein großes Lob aus. „Vor allem unsere Oberländer sind Schneefall ja gewohnt. Die haben sich sehr gut dem schlechten Wetter angepasst.“

Zu zwei Unfällen mussten die Stadtsteinacher Polizisten am Dienstagvormittag ausrücken. Bei Schlömen kam eine Frau mit ihrem Pkw von der Fahrbahn ab. Das Auto überschlug sich und blieb auf dem Dach liegen,berichtet Georg Löffler. Die Fahrerin erlitt dabei so schwere Verletzungen, dass sie ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Der Rettungsdienst war auch gefordert. als ebenfalls am Dienstagvormittag in der Nähe des Spiegelteichs bei Kupferberg auf der Bundesstraße 289 ein Unfall passierte. Ein Autofahrer war mit seinem Wagen ins Rutschengekommen und hatte die Kontrolle über das Fahrzeug verloren. Das Auto stellte sich schließlich quer und krachte in den Gegenverkehr. Drei Menschen erlitten dabei nach Polizeiangaben leichtere Verletzungen, mussten aber ebenfalls vom BRK ins Krankenhaus gebracht werden.

„Wie viele Ausrutscher es gab, die uns nicht gemeldet wurden, wissen wir natürlich nicht“, sagt Georg Löffler. Er geht aber davon aus, dass seiner Inspektion noch mehr, wenn auch kleinere, Unfälle gemeldet werden, bei denen sich die Betroffenen zunächst selbst geholfen hatten.

Verkehrsstörungen wegen querstehender Lkw wurden den beiden Polizeiinspektionen in Kulmbach und Stadtsteinach, aber auch der Verkehrspolizei, die für die Autobahnen zuständig ist, praktisch nonstop gemeldet. Am morgen staute sich der Verkehr auf der B 85 am Ortsausgang von Kulmbach in Richtung Bayreuth. Selbst die relativ geringe Steigung im Bereich des ATS-Sportgeländes war zu viel für eine Lkw. Weil sie nicht mehr weiterkamen, mussten auch zahlreiche andere warten. Ganz ähnlich war es auch auf der Bundesstraße 303 bei Himmelkron. Dort stoppte der kleine Berg nahe der Autobahnkirche einen Sattelzug. In der Folge kam es zu größeren Verkehrsbehinderungen auf dieser Strecke, berichtet Georg Löffler.

Auch die Kulmbacher Polizei meldet verschiedene Unfälle, die allerdings recht glimpflich abgegangen sind. Bei Thurnau war ein Autofahrer mit seinem Wagen in den Graben gerutscht. In Kulmbach im Stadtgebiet konnte ein Verkehrsteilnehmer an einer Ampel nicht mehr bremsen und fuhr mit seinem Pkw auf den Vordermann auf. Ein rutschendes Auto stieß ebenfalls in Kulmbach gegen ein anderes Fahrzeug und auf der B 85 bei Kulmbach endete die Fahrt eines Verkehrsteilnehmers auf schneebedeckter Fahrbahn an der Leitplanke. Doch auch ohne Unfälle wäre das Telefon bei der PI Kulmbach nicht stillgestanden. „Überall wo ein Berg ist, stellen sich Lastwagen quer und kommen nicht mehr weiter“, berichtete ein Kulmbacher Polizist.

Der Chef der Stadtsteinacher Polizei hat größten Respekt vor allen Mitarbeitern des Winterdiensts, der mit zahlreichen Mitarbeitern am Dienstag den ganzen Tag über pausenlos im Einsatz gewesen ist.“Die Leute kamen dem vielen Schnee nicht hinterher“ sagte Löffler. Bis in den Nachmittag hinein hat es gedauert, bis die meisten Straßen geräumt und wieder halbwegs gut befahrbar waren.

Vom schlechten Wetter hat sich die Post nicht aufhalten lassen. Aus Presseck kam Lob: „Trotz des vielen Schnees war die Postbotin nur 20 Minuten später da als sonst. Da kann man nicht meckern“, teilt ein Pressecker mit.