Schnaittacher Doppelmord Ingo P. soll seine Eltern mit dem Hammer erschlagen haben

NÜRNBERG. Es ist ein ungewöhnlicher Mordprozess, der nun vor dem Schwurgericht in Nürnberg stattfindet. Angeklagt sind Ingo P. aus Schnaittach und seine Frau. Sie sollen in drei Anläufen gemeinsam seine Mutter und seinen Vater ermordet und ihre Leichen eingemauert haben. Danach sollen sie einige Anstrengungen unternommen haben, um das Verbrechen zu verschleiern.

Zuerst sollen die beiden Angeklagten versucht haben, die Mutter mit Gift zu töten, wie die Nachrichtenagentur News5 berichtet. Als das bei zwei Versuchen nicht geklappt hatte, soll Ingo P. - so die Anklage - zum Zimmermannshammer gegriffen haben, um seine im Bett liegende Mutter zu erschlagen - und anschließend den Vater, der seiner Frau zur Hilfe eilen wollte.

Wie News5 weiter berichtet, wird den beiden Angeklagten vorgeworfen, die Morde von langer Hand geplant zu haben. Spätestens im Oktober 2017 sollen sie den Entschluss gefasst haben. Stephanie P., die angeklagte Frau, war damals noch die Lebensgefährtin von Ingo P. Erst nach der mutmaßlichen Tat hat sie ihren Freund geheiratet.

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Die beiden Angeklagten sollen sich im Internet über Giftstoffe auf pflanzlicher Basis informiert und Rizinus-Samen bestellt haben. Die giftigen Samen sollen Sie in einen Muffin gebacken und der Mutter von Ingo P. zu essen gegeben haben. Die Mutter, so die Anklage, habe eine starke Vergiftung erlitten, aber den Mordversuch überlebt. Daraufhin soll das angeklagte Ehepaar der Frau einen Kaffee angeboten haben, der ebenfalls mit dem Gift versetzt war. Auch diesmal habe die 66-Jährige überlebt, weil sie nur einen Schluck von dem schlecht schmeckenden Gebräu genommen habe.

Möbel und Wände gestrichen, Fußboden erneuert

Laut Darstellung der Anklage sollen die Eltern von Ingo P. dann in der Nacht auf den 14. Dezember 2017 ums Leben gekommen sein. Der Angeklagte habe seine Eltern kaltblütig mit dem Hammer erschlagen. Danach sollen die Angeklagten gemeinsam die Spuren des Verbrechens beseitigt haben - unter anderem sollen sie Möbel und Wände neu gestrichen und einen Fußboden ausgetauscht haben. Dann sollen sie Leichen von Ingo P.s Eltern eingemauert haben.

Erst Tage nach dem mutmaßlichen Mord haben sie laut News5-Bericht die Eltern als vermisst gemeldet und einen Suchaufruf gestartet. Am 29. Dezember - also wenige Tage nach der mutmaßlichen Tat - heirateten die beiden Angeklagten. Es verdichteten sich gleichzeitig die Hinweise auf ein Verbrechen. Und das Ehepaar geriet zunehmend ins Visier der Ermittler.

Staatsanwaltschaft geht von Habgier aus

Bei einer Durchsuchung des Wohnhauses der beiden entdeckte die Polizei schließlich zwei eingemauerte Leichen - die vermissten Eltern von Ingo P., wie sich kurz danach herausstellen sollte.

Als Mordmotiv geht die Staatsanwaltschaft von Habgier aus, jedoch schweigen die beiden Angeklagten bisher. 23 Verhandlungstage sind aktuell für den Prozess angesetzt. Mehr als 60 Zeugen hat das Schwurgericht vorgeladen, unter anderem auch einen psychiatrischen Gutachter.

 

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